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    Es geht doch: ver.di erzielt Tarifabschlüsse bei den Sparda-Banken …

    Geno-Banken

    Es geht doch: ver.di erzielt Tarifabschlüsse bei den Sparda-Banken und der GAD

    ver.di Magazin für die Beschäftigten der Genossenschaftsbanken (10/2014)

    Die Sparda-Banken sind eine genossenschaftliche Bankengruppe, die traditionell mit ver.di einen eigenen Tarifvertrag abschließt. Dieser orientierte sich bisher immer an den Abschlüssen des AVR, des Arbeitgeberverbandes der Volks- und Raiffeisenbanken, mit ver.di. Nun konnte ver.di aber seit 2006 keinen Abschluss mehr mit dem AVR erzielen. Stattdessen verschlechterten die Abschlüsse des AVR das Tarifniveau grundlegend.

    Wegen des fehlenden ver.di-Abschlusses mit dem AVR gab es seit 2006 bei den Sparda-Banken keinen gültigen Tarifvertrag mehr. Allerdings organisierten sich viele Beschäftigte in ver.di und forderten einen Tarifvertrag. Nach zahlreichen Gesprächen und Verhandlungen, und zum Schluss auch durch Streiks in verschiedenen Sparda-Banken, erreichten wir im September einen Abschluss.

    Das beispielhafte an diesem Tarifabschluss ist, dass er ohne eine Niveauabsenkung auskommt. Wo der VTV, der Vergütungstarifvertrag des AVR, massive Verschlechterungen für die Beschäftigten in den Back-Office-Bereichen der Bank vorsieht, enthält dieser Abschluss keine Verschlechterungen.

    Zwar wollten die Sparda-Banken das Urlaubsgeld (40 % eines Monatsgehaltes) streichen. Die ver.di-Mitglieder konnten die Verantwortlichen jedoch davon überzeugen, dass ein Arbeitgeberzuschuss zur Altersversorgung modern und sinnvoll ist. Nun bekommen die Sparda-Beschäftigten jeden Monat einen Betrag in Höhe von 3,33 % ihres Einkommens in ihre Altersvorsorge einbezahlt. Vom Arbeitgeber! Wenn sie zusätzlich aus ihrem eigenen Gehalt 0,5 % umwandeln erhalten sie einen weiteren Zuschuss von 0,5 %. Wir meinen: Monatlich 4,33% in die Altersvorsorge ist schon nicht schlecht!

    Die ver.di-Tarifkommission kam um zwei Zugeständnisse gegenüber den Arbeitgebern der Sparda-Banken nicht herum. So erreichen die Beschäftigten dort künftig das Endgehalt ihrer Tarifgruppe erst nach 12 Jahren statt wie bisher nach 11 Jahren. Einige Berufsjahressprünge finden nun erst nach 3 statt nach 2 Jahren statt. Dieser Nachteil wird für die Beschäftigten aber durch die Tatsache ausgeglichen, dass Ausbildungsjahre künftig mit 2 Jahren auf die Berufsjahre angerechnet werden und zwar völlig unabhängig vom Alter. Dadurch erreichen Sparda-Azubis ihr Endgehalt nach der Übernahme also schneller.

    Anmerkung: Das Verhandlungsergebnis wird nun in den internen Gremien beider Seiten beraten. Die Erklärungsfrist endet am 24.10.2014.

    Auch bei der GAD, dem Rechenzentrum der Volks- und Raiffeisenbanken im Norden, konnte ver.di endlich einen Tarifabschluss erzielen. Dort gab es noch nie einen Tarifvertrag. Bei den Gehaltsanhebungen orientierte sich der Arbeitgeber aber immer an den Abschlüssen des AVR. Kurz vor der Fusion mit der Fiducia, dem Rechenzentrum der Banken aus dem Süden, konnten die Arbeitsbedingungen auf dem gleichen Stand wie bisher – also ohne Verschlechterungen – durch unseren Tarifabschluss gesichert werden.

    Was kann man aus diesen Vorgängen lernen? ver.di-Mitglieder sind in der Lage, qualitativ gute Tarifverträge durchzusetzen. Wenn viele mitmachen, entsteht Durchsetzungsvermögen und Arbeitgeber schätzen das realistisch ein. Immer dann, wenn sich die Beschäftigten ihrer Kraft und ihrer Interessen bewusst sind, deshalb aktiv werden, entsteht daraus etwas Gutes.

    Unser Angebot an die Volks- und Raiffeisenbanker: Lassen Sie sich davon anstecken und ermutigen. Machen wir uns gemeinsam auf den Weg in weiteren vielen Genossenschaftsbanken bessere Tarifverträge zu erwirken.