Fachgruppe 5

    Stadt Wilhelmshaven plant Abzug der Feuerwehrbeamten

    Stadt Wilhelmshaven plant Abzug der Feuerwehrbeamten

    Kundgebung bei der Zweckverbandsversammlung des Zweckverbandes Gemeinsame Leitstelle Friesland-Wilhelmshaven (Jever, 24.4.17) Horst Redenius Kundgebung in Jever, 24.4.17

    Stadt Wilhelmshaven plant Abzug der Feuerwehrbeamten aus der gemeinsamen Leitstelle Friesland-Wilhelmshaven

    In der Zweckverbandsversammlung des Zweckverbandes Gemeinsame Leitstelle Friesland-Wilhelmshaven sollte am 24. April 2017 beschlossen werden, die Beamten der Berufsfeuerwehr sukzessive durch Angestellte des Zweckverbands zu ersetzen. Doch durch eine Kundgebung von 40 Kolleg_innen der Berufsfeuerwehren Wilhelmshaven und Hannover, wurde dieses Thema in die Ausschüsse zurück verwiesen.

    „Ein echter Erfolg“, so Christian Reimann von der ver.di Fachgruppe Feuerwehr in Wilhelmshaven, „und jetzt gibt es Zeit und Raum über vernünftige Lösungen zu sprechen“.

    Voraus gegangen waren Überlegungen des zuständigen Dezernenten O. Leinert, der Veränderungen durch die erhebliche Personalknappheit bei der Berufsfeuerwehr Wilhelmshaven, für notwendig erachtet. „Dieses beruht allerdings nicht zuletzt auf hausgemachte Probleme“, so Christian Reimann, „da der Stellenplan in Wilhelmshaven alles andere als attraktiv ist und viele Feuerwehrleute deshalb zu anderen Feuerwehren abwandern, die bessere Konditionen bieten (bundesweit werden derzeit ca. 3000 Feuerwehrleute gesucht).“ Aber auch weiche Faktoren, wie Wertschätzung und Entwicklungsperspektiven spielen eine nicht unerhebliche Rolle.

    Deshalb jetzt die Beamten der Berufsfeuerwehr aus der Leitstelle abzuziehen, um sie im Einsatzdienst zur Verfügung zu haben, wird dieses Problem nicht lösen, im Gegenteil, hierdurch dürften sich die Probleme noch verschärfen.

    • Die frei werdenden Feuerwehrbeamten würden die derzeit freien Stellen auffüllen. Das hätte aber zur Folge, dass den aus Personalmangel abgelehnten Anträgen auf Versetzung (derzeit mindestens vier), stattgegeben werden müssten. Die Stellen wären also kurzfristig wieder frei und der Personalmangel bliebe bestehen.
    • Die Attraktivität der Berufsfeuerwehr Wilhelmshaven als Arbeitgeber würde weiter sinken, da die Qualifizierungsmöglichkeit zum Leitstellendisponenten und damit dieser Arbeitsbereich, wegfallen würde.
    • Finanzielle Vorteile für die Stadt Wilhelmshaven ergeben sich ebenfalls nicht, da angestellte Leitstellendisponenten im Tarif EG 9a eingruppiert sind und eine wöchentliche Arbeitszeit von 39 Stunden pro Woche haben, Beamte der Berufsfeuerwehr müssen hingegen 48 Stunden pro Woche arbeiten.
    • Derzeit ist es gängige Praxis, dass bei Großschadenslagen, Sturm- und Starkregenereignissen, die Disponenten der Berufsfeuerwehr die Leitstelle personell verstärken, bei Bedarf auch zusätzlich aus ihrer Freizeit heraus. An dieser Stelle weisen wir auch auf den zum 1.4.2017 durch den Rat der Stadt Wilhelmshaven genehmigten Rettungsdienstbedarfsplan (hier die Punkte 7.1 und 8.3.2) hin.
    • Ende 2016 wurde eine Organisationsuntersuchung des Fachbereichs 37 (Feuerwehr) angekündigt. Mit dem Hinweis auf diese Untersuchung werden derzeit alle Projekte bzw. Veränderungen zurückgestellt. Warum nun ausgerechnet diese Maßnahme, quasi mit der Brechstange, umgesetzt werden soll, ist nicht nachvollziehbar.

    „Um die grundsätzlichen Probleme bei der Berufsfeuerwehr Wilhelmshaven zu lösen, sind nachhaltige Veränderungen notwendig,“ so Martin Peter von ver.di. „Hierzu gehört die Erkenntnis, dass hochqualifizierte Feuerwehrleute bundesweit gesucht werden und sich ihren Arbeitsplatz derzeit aussuchen können.“ Viele andere Städte mit Berufsfeuerwehren haben hierauf bereits reagiert und ihr Stellenpläne noch oben angepasst, sowie viele weitere interessante Entwicklungsperspektiven geschaffen, um für Bewerber attraktiv zu sein. Die Berufsfeuerwehr Wilhelmshaven kann damit im Moment in keiner Weise mithalten.

    Christian Reimann: „Damit wir in Wilhelmshaven nicht weitere gut ausgebildete Feuerwehrbeamte verlieren und für externe Bewerber attraktiv werden, müssen grundsätzliche Verbesserungen geschaffen werden. Hierzu gehören kurzfristig verbesserte Beförderungsmöglichkeiten und attraktive, vielschichtige Einsatzmöglichkeiten. Auch in der Leitstelle!“

    Damit können die Probleme bei der Feuerwehr Wilhelmshaven schnell und nachhaltig gelöst werden.

    Für Fragen stehen die Unterzeichner Martin Peter und Christian Reimann unter Tel.: 0170-4594305 zur Verfügung.