Kunst, Kultur u. VS

    Worldwide Reading: VS in Bremen beteiligt sich an weltweiter …

    Worldwide Reading: VS in Bremen beteiligt sich an weltweiter Lesung

    Vor zehn Jahren hat die Peter-Weiss-Stiftung für Kultur und Politik e. V. die Aktion „Worldwide Reading“ initiiert. Damals jährte sich zum dritten Mal der Kriegsbeginn im Irak als „Jahrestag der politischen Lüge“. An der weltweiten Lesung aus diesem Anlass teilzunehmen, sind jedes Jahr Kulturinstitutionen, Theater, Organisationen und Persönlichkeiten aufgerufen.  

    Am 7. September 2016 wurde erneut zu einer weltweiten Lesung aufgerufen. Institutionen in Ländern wie den USA und den Niederlanden, in Finnland, Kroatien, Spanien und Schweden haben sich beteiligt. In der Bundesrepublik waren u. a. die Städte Berlin, München, Rostock und Magdeburg vertreten. Veranstalter von „Worldwide Reading“ in Bremen war der Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) in Kooperation mit dem Bremer Literaturkontor e. V. 

    Inhaltlich umkreisten die Lesetexte das Thema „Für Demokratie - ohne Populismus“. Zum Teil wurden an den Orten der Lesungen weltweit gleich lautende Texte vorgetragen, zum Teil eigene Texte der Lesenden oder solche, die sie ausgewählt hatten, wie in Bremen etwa Gedichte von Hilde Domin und Günter Eich. Zu den global zu Gehör gebrachten Autoren gehörten die indische Schriftstellerin Arundathi Roy, die Philosophin Hannah Arendt und der Soziologe Max Weber. 

    Zusätzlich eigene Texte lasen im Bremer Literaturcafé Ambiente Viola Bauer, Inge Buck, Martina Burandt, Rudolph Bauer, Ernst Günther Weber und Johann-Günther König, der mit Auszügen aus seinem neuen Buch „Die spinnen, die Briten“ einen besonderen europapolitischen Akzent setzte. Von ebenfalls aktueller Bedeutung war der Text „Asli Erdogan verhaftet. Für die Freiheit des Worts in der Türkei“ von Imre Török, der verlesen wurde. Als Gast las Johannes Feest aus den Vietnamkriegs-Erinnerungen des Bremer VS-Mitglieds Béatrice Hecht-El Minshawi.  

    Im Anschluss an die Lesung gab die lebendige Diskussion unter den Anwesenden zu erkennen, dass an die Schriftstellerinnen und Schriftstellern die Erwartung herangetragen wird, einen wesentlichen Beitrag zu leisten im Interesse der Demokratisierung der Gesellschaft, nicht zuletzt durch die Sorgfalt im Umgang mit dem Wort, gegen den Missbrauch der Sprache mittels Manipulation und Propaganda. Es wurde der Wunsch geäußert, der VS möge sich mit Lesungen wie der im Rahmen von „Worldwide Reading“ stattgefundenen künftig regelmäßig öffentlich darstellen und zur Diskussion einladen. 

    Bremer VS-Mitglieder und Freunde