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    Bremer Tageszeitung AG nun auch im Druckhaus ohne Tarifbindung …

    Bremer Tageszeitung AG nun auch im Druckhaus ohne Tarifbindung

    BREMEN: Wie bekannt geworden, hat der Landesverband Druck- und Medien Bremen e. V. dem Antrag der Bremer Tageszeitung AG auf eine Mitgliedschaft ohne Tarifbindung zugestimmt. Mit diesem Schritt ist das Verlagshaus nun komplett raus aus der Tarifbindung (OT). 

    Seit rund 20 Jahren ermöglichen mehr und mehr Arbeitgeberverbände Unternehmen eine Mitgliedschaft „ohne Tarifbindung“. Mit einer OT-Mitgliedschaft sollen Unternehmen zwar von den sonstigen Services eines Arbeitgeberverbandes profitieren, sich aber nicht an die vom Verband abgeschlossenen Tarifverträge halten müssen.  

    Waren seit 2005 nur die Redakteurinnen und Redakteure und Verlagsangestellten davon betroffen, so sollen nun für alle Beschäftigen des Verlages Arbeitsbedingungen und Bezahlung nach „Verlagsherrenart“ gelten.  

    Die Bremer Tageszeitung AG hat Tarifverschlechterungen wie Kürzungen bei Urlaubstagen, Urlaubs- und Weihnachtsgeld und die bescheidenen Tariferhöhungen für die Beschäftigten des Verlagshauses auch nach dem Wechsel in die OT-Mitgliedschaft weitergereicht. Nach Rücksprache mit dem Betriebsrat, will der Vorstand die Tarifgehälter jedoch ab sofort einfrieren.  

    Das bedeutet für die Beschäftigten, dass nicht nur der Mitte Juni vereinbarte Drucktarifabschluss zwischen ver.di und dem Bundesverband Druck und Medien (BVDM) nicht übernommen werden soll, auch den Redakteurinnen und Redakteuren soll die Tariferhöhung, die die Journalistengewerkschaften dju in ver.di und DJV mit dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) Ende Juni vereinbart haben, vorenthalten werden.  

    ver.di kann die Verlagsleitung nicht zur Rückkehr in eine Tarifbindung im Arbeit-geberverband zwingen, wird aber gemeinsam mit seinen Mitgliedern aus Druck- und Verlagshaus beraten, wie man gewerkschaftlich und individualrechtlich auf  dieses rücksichtlose Verhalten der Bremer Tageszeitung AG reagieren wird.  

    Kornelia Haustermann, zuständige ver.di-Expertin: „Vor dem Hintergrund der Herausforderungen und Schwierigkeiten, denen sich in Zeiten des digitalen Wandels alle Zeitungen und Verlage stellen müssen, tragen diese Schachzüge nicht gerade dazu bei innerhalb des Verlages Kreativität und Engagement der Beschäftigten zu fördern. Ganz im Gegenteil, sie schaffen Unruhe, Unzufriedenheit und Unsicherheit.“  

    Für Rückfragen:

    Kornelia Haustermann
    ver.di, Fachbereich Medien, Kunst und Industrie
    Mobil: 0151/62422264

     

    V.i.S.d.P.: Kornelia Knieper
    ver.di-Bezirk Bremen-Nordniedersachsen
    Bahnhofsplatz 22-28 , 28195 Bremen

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    Bremen, den 18.07.2016