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    Noch viele Einfallstore für Hacker

    Ver- und Entsorgung

    Noch viele Einfallstore für Hacker

    Report (03/2017): Magazin des Fachbereich Ver- und Entsorgung
    Report (03/2017) ver.di Report (03/2017)  – Noch viele Einfallstore für Hacker

     
    In der Versorgung wird Sicherheit noch nicht groß genug geschrieben

    Cyber-Attacken sind teuer. Im Durchschnitt kostet ein solcher Angriff kleine und mittlere Unternehmen 36 000 Euro. Bei Großunternehmen und Konzernen schlägt sich ein solcher Angriff im Durchschnitt mit 530 000 Euro nieder. Einzelne gezielte Attacken kosten ein Unternehmen fast zwei Millionen Euro. Allein die Kosten müssten Grund genug sein, so Professor Jörg Lässig vom Konsortium KRITIS Energie- und Wasserinfrastrukturen, sich intensiv um ein sicheres IT-System zu bemühen. Doch leider sind viele Unternehmen viel zu sorglos – obwohl gerade in der Ver- und Entsorgung bereits einiges passiert ist.

    Dabei ging esumDatendiebstahl, um Schadsoftware, um Störungen durch Dritte und um Netzwerk-Eingriffe – zum Beispiel in das Zahlungssystem einesWasserwerks in den USA. Zudem wurden die Systeme manipuliert, die für die chemischeWasseraufbereitung und den Wasserdurchfluss zuständig sind. Die Folge: Nicht nur hoher finanzieller Schaden für das Unternehmen, sondern auch Wasserversorgungsausfälle.

    Durch Cyberattacken verursachte Stromausfälle bringen nicht nur Unannehmlichkeiten für die Haushalte und die Industrie mit sich, sondern sind für die Versorgungsunternehmen richtig teuer. Berechnungen zufolge kostet ein einstündiger Stromausfall in München 10,5 Millionen Euro.

    Warum sind Versorgungsunternehmen so bedroht? Nicht nur, aber auch weil früher – als die Systeme erstellt wurden – Sicherheit nicht im Vordergrund stand. Weil sich auch kaum jemand ausdenken konnte, dass solche Angriffe jemals möglich sind. Insofern wurde offen „gebaut“. Nun gilt es, all die Türen zu schließen, die Fenster und vor allem die vielen Ritzen, über die die Angreifer ins Netz können. Als ersten Schritt hin zu mehr Sicherheit sieht Lässig eine erhöhte Sensibilität der Beschäftigten. „Wir müssen Bewusstsein dafür schaffen, wo überall was schiefgehen kann“, betont er. Damit die Beschäftigten entsprechend umsichtig vorgehen. Und weil die Technik nicht stehenbleibt, sich immer wieder neue Angriffsmöglichkeiten offenbaren, muss die Schulung der Mitarbeiter und die Aktualisierung der Sicherheitstechnik in einem Unternehmen Priorität haben. [...]

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    Dieses und weitere Themen im aktuellen Report (03/2017)