Häfen u.Schifffahrt

    ver.di kämpft für den Erhalt aller Arbeitsplätze beim GHB Bremen

    ver.di kämpft für den Erhalt aller Arbeitsplätze beim GHB Bremen

    Am 18. Mai 2016 sind über 100 Beschäftigte des GHB Bremen der Einladung von ver.di zur offenen Mitgliederversammlung gefolgt. Wir fassen auf diesem Weg die aktuellen Informationen zusammen und beziehen zugleich zu einigen Aussagen klare Position:

    1. Stimmt es, dass 450 Arbeitsplätze beim GHB Bremen in Gefahr sind?  

    Die wirtschaftliche Lage des GHB Bremen hat sich durch Verluste im DC-Bereich in existenzbedrohender Weise zugespitzt. Die Geschäftsführung hat deutlich gemacht, dass sie „Keine Zukunft mehr für den DC-Bereich in diesem Umfang“ sieht. Die Ziele der Geschäftsführung sind die Abwicklung des DC-Geschäfts bei den großen Kunden und die Eingliederung des Teilbetriebs Bremen in den Teilbetrieb Bremerhaven.

    Dies würde (wenn es so käme) zusammenfassend bedeuten:

    • der GHB wird nicht geschlossen
    • die Arbeitsplätze im Hafenbereich sind aktuell nicht in Gefahr
    • ein Großteil der Arbeitsplätze im DC-Bereich und ca. die Hälfte der Arbeitsplätze in der Verwaltung sind massiv bedroht

    2. Was macht ver.di in dieser Situation?  

    ver.di setzt sich nicht nur als Interessensvertretung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, sondern auch als Träger des GHB für die Zukunftsfähigkeit des GHB ein.

    Selbstverständlich kämpft ver.di für den Erhalt aller Arbeitsplätze beim GHB Bremen!

    ver.di bewertet das Konzept der Geschäftsführung sowohl juristisch als auch politisch.

    In vielen verschiedenen Gesprächen und Verhandlungen hat sich ver.di bereits für die Zukunft der Beschäftigten eingesetzt. Nun geht es aber in die entscheidende Phase im Beirat und im Ausschuss für Personal und Arbeit (APA).

    Wir werden den politischen Druck nun auch öffentlich spürbar erhöhen!

    Wir lassen uns kein Konzept der Arbeitgeberseite „zum Abnicken“ vorlegen, sondern kämpfen zu jeder Zeit an jeder Stelle um jeden Arbeitsplatz.  

    3. Sind die Hafeneinzelbetriebe Schuld an dieser Situation?  

    Es gibt seit Jahrzehnten ein klares Bekenntnis der Hafenwirtschaft und der Politik für den Gesamthafenbetrieb. Bekenntnissen müssen auch Taten folgen. Die Tatsache, dass Hafeneinzelunternehmen verstärkt Leih- und Zeitarbeitsfirmen einsetzen, ist für die GHB-Beschäftigten ein Schlag ins Gesicht.

    Die Kolleginnen und Kollegen leisten täglich gute Arbeit und haben maßgeblich zum Erfolg in der über 100jährigen Geschichte des GHB beigetragen! Diese nun mit überzogenen Äußerungen oder gar Kündigungen zu bestrafen, ist unerträglich.

    ver.di erwartet von allen Hafeneinzelunternehmen und der Politik nicht nur Lippenbekenntnisse, sondern eine konstruktive Beteiligung an der Problemlösung!

    Einen wichtigen Schritt für die Zukunftsperspektive vieler Kolleginnen und Kollegen hat die Einstellung von 700 GHB-Beschäftigten durch die BLG in den letzten Wochen gegeben. Zur Lösung der aktuellen Lage und auch zur Sicherstellung der Zukunftsfähigkeit des GHBs sind allerdings von allen Beteiligten weitere Schritte notwendig.

    4. Ist die dramatische wirtschaftliche Lage mit Managementfehlern des GHB in der Vergangenheit zu begründen?

    Die derzeitige Geschäftsführung des GHB ist mit Problemen konfrontiert, deren Ursachen teilweise in der Vergangenheit liegen. Wichtig ist jetzt, dass nach wiederholten Wechseln der Geschäftsleitung in den letzten Jahren der neue Geschäftsführer ein zukunftsfähiges Konzept für den GHB entwickeln und umsetzen muss.

    5. Welche Rolle spielten dabei der Betriebsrat und ver.di?  

    ver.di und der Betriebsrat, der zum Großteil aus ver.di-Mitgliedern besteht, setzen sich seit Bestehen des GHB für gute Arbeitsbedingungen der Beschäftigten ein. Daher weisen wir den Vorwurf, dass die wirtschaftliche Schieflage beim GHB auf „zu teure Tarifverträge“ und „blockierende Betriebsräte“ zurückzuführen sei, mit Nachdruck zurück. Sachliche Verhandlungen sind gerade in dieser Situation notwendig. An polemischen Unterstellungen und Hetzereien werden wir uns nicht beteiligen.

    6. Was kann jede und jeder Beschäftigte zur Entscheidungsfindung beitragen?  

    Um den politischen Druck zu verstärken, brauchen wir euch, die Kolleginnen und Kollegen: Setzt laut und sichtbar deutliche Zeichen für den Erhalt aller Arbeitsplätze!

    Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Bezirk Bremen-Nordniedersachsen
    Bremen, den 19.05.2016  

    V.i.S.d.P.: ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft, Bezirk Bremen-Nordniedersachsen, Bahnhofsplatz 22 – 28, 28195 Bremen, Fachbereich Verkehr, Fachgruppe Häfen