Häfen u.Schifffahrt

    NSB u. ver.di: Gegen Ausflaggung

    NSB u. ver.di: Gegen Ausflaggung

    „Die Arbeitsplätze in der deutschen und europäischen Seeschifffahrt müssen erhalten bleiben und möglichst ausgebaut werden“, fordert Verhandlungsführerin Nina Lepper, bei der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) für die Schifffahrt zuständig. „Dazu brauchen die deutschen Reedereien und Seeleute Unterstützung aus der Politik, um Sofortmaßnahmen einer Förderung für die deutsche Flagge voranzubringen.“ Nur so könne internationale Wettbewerbsfähigkeit erreicht und weiteren Ausflaggungen, die mit Dumpinglöhnen einhergingen, entgegengewirkt werden. 

    ver.di hatte am 11. Juni im Rahmen von Gesprächen zur Beschäftigungssicherung mit der Reederei NSB (Niederelbe Schiffahrtsgesellschaft mbH) in Buxtehude eine Vereinbarung getroffen, gemeinsam mit der NSB, Möglichkeiten zur Weiterbeschäftigung von deutschen und europäischen Seeleuten zu prüfen und einen Rahmen zu schaffen, mit dem die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens dauerhaft gesichert werden kann. 

    Es wurde vereinbart, dass ein von ver.di vorgeschlagener externer Wirtschaftsprüfer mit der Überprüfung der von der NSB dargestellten Unternehmenslage beauftragt wird, mit dem Ziel konkrete Maßnahmen zur langfristigen Stabilisierung der wirtschaftlichen Situation der NSB aufzuzeigen. 

    Die Reederei NSB, die Bereeder mit der größten Anzahl von Schiffen unter deutscher Flagge ist und auf derzeit 42 unter deutscher Flagge fahrenden Containerschiffen rund 500 deutsche und europäische Seeleute beschäftigt, hatte zuvor ihre schwierige wirtschaftliche Situation verdeutlicht und darauf hingewiesen, dass sie gezwungen sei, Schiffe zu verkaufen oder die Ausflaggung vorzunehmen, wenn keine Lösungen gefunden würden, um die Beschäftigung europäischer und deutscher Seeleute am maritimen Standort Deutschland zu sichern. 

    Die Seeleutegewerkschaft ver.di und die NSB beschlossen als zentrale Maßnahme die Einbindung von Politik und Verbänden, um das Ziel einer Sicherung des maritimen Standortes Deutschland durchzusetzen und damit Arbeitsplätze, Tariflöhne und maritimes Know-how zu erhalten. Ziel sei, den Förderrahmen für die deutsche Flagge auf ein Niveau zu bringen, welches langfristig eine internationale Wettbewerbsfähigkeit europäischer Beschäftigter auf See sicherstellt. Politik und Verbände seien jetzt gefragt, schnellstens Lösungen zu erarbeiten und die Verantwortung für Beschäftigte und Reedereien unter deutscher Flagge zu übernehmen. 

    Für Rückfragen:

    Nina Lepper, ver.di Fachbereich Verkehr

    0151/1744341