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    Ausweitung der Arbeitskämpfe im kommunalen Nahverkehr

    Ausweitung der Arbeitskämpfe im kommunalen Nahverkehr

    05.10.2017

    KAV verweigert Rückkehr an den Verhandlungstisch

    Durch ihre Verweigerung, mit ver.di Verhandlungen zu führen, provoziert der Kommunale Arbeitgeberverband (KAV) weitere Streiks im kommunalen Nahverkehr am Freitag, den 06.10.2017 in Niedersachsen.

    Der KAV hatte gleich zum Auftakt der Verhandlungen am 28.08.2017 über eine Rückanhebung des Weihnachtsgeldes im kommunalen Nahverkehr Niedersachsen weitere Gespräche einseitig abgelehnt. „Es ist ein Skandal, dass ein kommunaler Arbeitgeberverband jegliche Gespräche verweigert. Neben dem KAV tragen die Vorstände und Geschäftsführer der Unternehmen die Verantwortung, wenn die Fahrgäste auf Bus und Bahn vergeblich warten müssen“, erklärt Hermann Hane, Verhandlungsführer der ver.di.

    Das Weihnachtsgeld wurde Mitte der 1990er Jahre unter dem Druck der EU-Liberalisierung im Zuge einer Reihe weitreichender Verschlechterungen abgesenkt. Hermann Hane, Verhandlungsführer der ver.di: „Jetzt wird es Zeit für eine Trendwende. Die kommunalen Verkehrsunternehmen werden in den nächsten Jahren verstärkt Probleme haben, qualifiziertes Personal zu gewinnen und zu halten. Es wird Zeit, wieder in das Personal zu investieren.“

    Das Weihnachtsgeld ist für die Beschäftigten im ÖPNV schon lange kein zusätzlicher Bonus oder eine Luxuszahlung mehr, sondern dringend nötig, um regelmäßige Alltagsausgaben zum Jahreswechsel wie die Nachzahlung von Energiekosten, Kfz- Steuern und Versicherungen begleichen zu können. Trotz jährlicher Fahrgastrekorde, Millioneninvestitionen in neue Fahrzeuge und absehbaren zukünftigen Personalengpässen sieht der KAV keine Notwendigkeit, auch nur Gespräche über eine mehr als geringfügige Investition in die Entwicklung von Personal bzw. deren Einkommen zu führen.

    In der letzten Woche hatten bereits Streikmaßnahmen in Braunschweig, Wolfsburg und Hannover stattgefunden. Um der Forderung nach Wiederaufnahme der Verhandlungen Nachdruck zu verleihen, wird am Freitag, den 06.10. konzentriert in folgenden Unternehmen gestreikt:

    · Bei der Üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe AG werden die Beschäftigten der Stadtbahn Betriebshof Döhren streiken

    · Bei der Braunschweiger Verkehrs-GmbH streiken die Beschäftigten des Fahrdienstes (Bus und Stadtbahn)

    · Bei den Göttinger Verkehrsbetrieben werden alle Beschäftigten zum Streik aufgerufen.

    ver.di ist jederzeit bereit, die Verhandlungen wieder aufzunehmen und die Streiks auszusetzen.

    Kontakt/Ansprechpartner:
    Niedersachsen: Hermann Hane
    Mobil: 0171-5501529
    Fachbereich Verkehr, Landesbezirk Niedersachsen-Bremen

    Hannover: Mira Neumaier
    Mobil: 0160-95937981
    Fachbereich Verkehr, ver.di Bezirk Hannover/Leine-Weser