Nachrichten

    Transport fairer machen

    ver.di NEWS

    Transport fairer machen

    Ausgabe (08/2016)

    Titelthema:
    Gemeinsam für gute Arbeitsplätze in Europa

    ver.di NEWS (08/2016) ver.di ver.di NEWS (08/2016)  – Transport fairer machen

    Immer mehr Güter werden transportiert, 4,5 Milliarden Tonnen allein in Deutschland jährlich. Mobilität ist unser Alltag. Ohne den freien Austausch von Gütern und Dienstleistungen und das Reisen über die Grenzen der Mitgliedsstaaten der EU hinweg wäre unser heutiges Leben kaum denkbar.

    Bisher fand die Marktöffnung und Liberalisierung des Verkehrssektors durch die EU überwiegend auf Kosten von sozialen Standards der Beschäftigten statt und führte vielerorts zu Sozialdumping. Alle Länder sind davon gleichermaßen betroffen.

    Deshalb haben die Beschäftigten die Europäische Bürgerinitiative (EBI) „Fair Transport Europe“ gestartet. Sie wollen für alle sichere und gute Arbeitsplätze, ungeachtet ihres Herkunftslandes. Zwei Millionen Menschen sind es in Deutschland, elf Millionen insgesamt in den Ländern der Europäischen Union, die ihre Dienstleistungen erbringen: im Straßengütertransport, im Kurier-, Express- und Paketbereich, im Güter- und Personenschienenverkehr, in der Schifffahrt, im Luftverkehr und der Logistik. „Sie haben ein Recht auf menschenwürdige Arbeitsbedingungen, mit guten sozialen Bedingungen und fairen Löhnen, egal aus welchem Land sie kommen und in welchem Land sie arbeiten“, sagt ver.di-Vize und Erstunterzeichnerin der EBI, Andrea Kocsis.

    Bernd Fuhrmann, stellvertretender Betriebsrats-Vorsitzender beim United Parcel Service (UPS) in Köln/Bonn, ist ebenfalls einer der ersten Unterzeichner. Er verweist auf die UN-Menschenrechtscharta, die jedem Mitglied der Gesellschaft das Recht auf soziale Sicherheit zugestehe. „Da ist kein Platz für ,Geiz ist geil’ und Sozialdumping, sachgrundlos befristete Arbeitsverträge, Zeit- und Leiharbeit auf Dauerarbeitsplätzen, scheinselbstständige Sub-Sub-Unternehmer mit 16-Stunden-Arbeitstag, totale Überwachung à la Big Brother – all das gehört auf den Müllhaufen der Geschichte“, sagt Fuhrmann.

    Gewerkschaften gemeinsam

    ver.di will gemeinsam mit den anderen europäischen Gewerkschaften in den Bereichen Transport und Verkehr erreichen, dass sich die EU-Kommission mit der Situation der Beschäftigten des Sektors gezielt befasst und Maßnahmen vorschlägt, die einen fairen Wettbewerb und gute Arbeitsbedingungen ermöglichen, sagte Kocsis.  [...]
     
    ______________________
    Weitere Themen in der aktuellen ver.di NEWS (08/2016)

    • ROTE LINIEN BEACHTEN – Frank Bsirske bezeichnet die vorläufige Anwendung des Freihandelsabkommens CETA als inakzeptabel

    • LEBEN IN WÜRDE – Rentenpläne der Bundesregierung werden nur wenigen helfen

    • FLEXIBLE ÜBERGÄNGE – Studien bestätigen, dass mehr Durchlässigkeit die Bildungsmobilität vergrößert

    • SOZIALER und PRODUKTIVER – Unternehmen versuchen, sich dem Erfolgsmodell Mitbestimmung zu entziehen

    • FÜR DREI JAHRE RÜCKWIRKEND – LAG-Urteile: Für Mindestlohn und bei Sittenwidrigkeit sind Ausschlussfristen unwirksam

    • KOORDINIERTER ANGRIFF – Unterschriftensammlung gegen die Ausweisung des Gewerkschaftssekretärs Orhan Akman aus Peru

    • AUFSTIEG WAR GESTERN – Oliver Nachtwey analysiert die Abstiegsgesellschaft