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    Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel: Neue Regelungen beim …

    Kurzarbeit in der Corona-Krise

    Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel: Neue Regelungen beim Kurzarbeitergeld

    Viele von Euch haben die ver.di-Petion „Miete zahlen trotz Corona – 90 % Kurzarbeitsgeld jetzt!“ unterschrieben. Mit Eurer Unterschrift habt ihr mit dafür gesorgt, dass sich die große Koalition endlich bewegt hat: In der Nacht vom 22. zum 23. April hat der Koalitionsausschuss eine weitere Aufstockung des Kurzarbeitergeldes beschlossen. Durch die von Euch unterzeichnete Position habt Ihr uns als Gewerkschaft darin bestärkt, unseren Einfluss geltend zu machen und Druck gegen die heftigen Widerstände aufzubauen, die sich bei Arbeitgebern und in der Koalition gegen ein höheres Kurzarbeitergeld aufgebaut hatten.

    Dafür danken wir Euch! Die Regierungskoalition will das Kurzarbeitergeld jetzt auf bis zu 80 bzw. 87 Prozent für Beschäftigte mit Kindern erhöhen. Zudem soll auch das Arbeitslosengeld länger ausbezahlt werden. Bisher erhalten Beschäftigte, die in Kurzarbeit sind, 60 bzw. 67 Prozent ihres bisherigen Netto-Gehalts. Das reicht natürlich grade im Niedriglohnbereich vorne und hinten nicht, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Deswegen war eine Aufstockung überfällig. Die Erhöhung soll nun allerdings nur stufenweise erfolgen.

    Ab dem vierten Bezugsmonat von Kurzarbeitergeld erhalten

    • Kurzarbeiter*innen, die weniger als 50 Prozent ihrer regulären Arbeitszeit beschäftigt sind, künftig 70 Prozent ihres letzten Gehalts (mit Kindern im Haushalt 77 Prozent),
    • ab dem siebten Monat 80 Prozent (mit Kindern im Haushalt 87 Prozent).

    Auch für die Neuregelung gilt wie für die bereits im März beschlossenen Veränderungen: Sie sind befristet bis Ende diesen Jahres.

    Wir wissen, dass das erst ein Schritt in die richtige Richtung sein kann. Auch diese Regelung geht an der Lebenswirklichkeit vieler Kolleginnen und Kollegen im Dienstleistungsbereich vorbei, gerade wenn sie ohnehin nur in Teilzeit beschäftigt sind. Aber da, wo es auf längere Sicht bei Kurzarbeit bleiben wird, ist die Neuregelung eine Verbesserung, die spürbar ist. Es wird jetzt sehr darauf ankommen, den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen, ihrerseits das Kurzarbeitergeld aufzustocken. Das ist ver.di mit guten Tarifverträgen zum Beispiel im öffentlichen Dienst, in Teilen der Verkehrsbranche aber auch im Filmbereich bereits gelungen und viele Betriebsräte haben Vereinbarungen abgeschlossen, die Aufstockungen auf bis zu 100 Prozent vorsehen.

    Da kämpfen wir jetzt gemeinsam weiter und lassen auch die Politik nicht aus der Pflicht, die Auswirkungen der Krise so zu gestalten, dass soziale Unwuchten ausgeglichen werden und der Wert der unverzichtbaren Arbeit unserer Kolleginnen und Kollegen sich nachhaltig in deren Einkommen niederschlägt! Lasst uns gemeinsam weiterkämpfen und gemeinsam aus dieser Krise die sozialen Standards des Landes verbessern. Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass wir diese Krise als Beschäftigte besser und gerechter bewältigen!

    Wir brauchen auch weiterhin eine Sicherung der Arbeitsplätze und Einkommen. Hilfe ist: Wenn’s alle schützt. – Wir können gemeinsam was bewegen!