Wach-und Sicherheitsdienste

    Tarifrunde WaSi: Warnstreiks

    Wach- und Sicherheitsdienste

    Tarifrunde WaSi: Warnstreiks

    Nach dem Auftakt am Montag, den 22. März, bei welchem die Kolleg*innen der elko Sicherheit an den Kraftwerken Hafen und Hastedt für jeweils zwei Stunden die Arbeit niedergelegt haben, schlossen die ver.di-Aktiven anderer Sicherheitsunternehmen daran in den folgenden Tagen erfolgreich an.

    Am 24.03.2021 legten die Sicherheitsmitarbeiter*innen von Kötter Security am Mercedes-Benz-Werk und bei Rheinmetall in Bremen ab 12 Uhr für drei Stunden die Arbeit nieder. Hieran beteiligten sich Kolleg*innen an den Werkstoren und in den Außenlagern, was unter anderem zu Verzögerungen in der Zu- und Auslieferung führte.

    Von Seiten Kötters kam es hierbei zu Versuchen, in das Streikrecht einiger Kolleg*innen einzugreifen: „Wie uns vereinzelt Kolleg*innen berichteten wurde durch leitende Angestellte verbal Druck auf sie ausgeübt, die Arbeit wieder aufzunehmen oder gar nicht erst am Streik teilzunehmen. Seitens eines Objektleiters wurde zudem versucht, Streikende nach Hause zu schicken. ver.di verurteilt diesen Eingriff in die Grundrechte unserer Kolleg*innen aufs Schärfste.“, macht Nils Wolpmann deutlich.

    Am Donnerstag, den 25.03.2021, zogen die Kolleg*innen der Securitas Fire Control und des Sicherheitsdienstes bei Airbus Bremen nach. Ab 6 Uhr morgens, zum Schichtwechsel, legten sie für drei Stunden die Arbeit nieder. Der Streik hatte deutliche Auswirkungen auf den Betriebsablauf. Um eine Notbesetzung aufrecht zu erhalten, musste Securitas Streikbrecher aus Hannover, Stade und Hamburg nach Bremen schicken.

    Am Freitag, den 26.03.2021, sorgten schließlich die Kolleg*innen von elko Sicherheit in Bremerhaven für den (vorläufig) krönenden Abschluss der Woche und gingen an den Terminals von eurogate und BLG für zwei Stunden in Warnstreik. Durch die Beteiligung zahlreicher Aktiver gelang es, den Zugang zum Autoterminal zu bestreiken, so dass keine Anlieferung mehr stattfinden konnte. Darüber hinaus verzögerte sich das Ablegen der Schiffe, weil deren Mannschaften durch den Warnstreik nicht mehr zu den Schiffen geshuttelt wurden.

    Positiv hervorzuheben ist zudem, dass mehrere Kolleg*innen, die nicht im Dienst waren, den Streik unterstützt haben und es ablehnten, für die Streikenden einzuspringen, als sie angerufen wurden.

    Gewerkschaftssekretär Nils Wolpmann zeigte sich erfreut über die rege Beteiligung der Kolleg*innen:

    Diese Woche hat gezeigt, welche Kraft wir haben, wenn wir solidarisch zusammenstehen und entschlossen für unsere Forderungen kämpfen. Zugleich ist deutlich geworden, welche verantwortungsvollen und wichtigen Aufgaben die Beschäftigten der Sicherheitsbranche für die Produktion und deren Verwertungskreisläufe erfüllen. Das muss endlich entsprechend honoriert werden.

    Um in der Pandemie den Gesundheitsschutz der Kolleg*innen und der Bevölkerung zu gewährleisten, hat ver.di auf eine zentrale Streikkundgebung verzichtet. Stattdessen wurden objektbezogen Streikposten mit begrenzter Teilnehmer*innenzahl organisiert, zu denen bewusst nicht öffentlich mobilisiert wurde.

    Die ver.di-Tarifkommission bedankt sich in diesem Zusammenhang bei den Vertrauensleuten der IG Metall bei Airbus, Mercedes und Rheinmetall sowie der ver.di im Hafen und der swb für ihre Unterstützung.

    ver.di verhandelt derzeit mit dem Arbeitgeberverband BDSW einen neuen Lohntarifvertrag für das Land Bremen. Zum 31.12. letzten Jahres war der bisherige ausgelaufen. Die Lage ist ernst. Die derzeitigen Tariflöhne reichen bei einem Stundenlohn von 10,50€ bzw. 12€ für viele Kolleg*innen kaum aus, um bis ans Monatsende zu kommen. Das Angebot der Arbeitgeber sieht für die Kolleg*innen im Objektschutzdienst für dieses Jahr eine Steigerung von gerade mal 15 Cent vor, und das nicht mal rückwirkend. Für das kommende Jahr bieten sie 20 Cent.

    „Wir sprechen im Niedriglohnsektor in absoluten Zahlen. ver.di fordert eine deutliche Steigerung der Grundlöhne um mindestens 1,50€ die Stunde. Das ist das Mindeste um ein Leben ohne Angst vor Altersarmut führen zu können,“ erläutert Maja Imlau, Mitglied der ver.di-Tarifkomission.

    Sascha Tietz, Landesfachbereichsleiter des Fachbereichs Besondere Dienstleistungen, stellt abschließend fest: „Wie der Name sagt, sind diese Arbeitskampfmaßnahmen als Warnung zu verstehen. Der BDSW sollte sie sich zu Herzen nehmen und die Einsicht gewinnen, dass unsere Forderungen nicht überzogen, sondern fair und gerecht sind.“

    Warnstreik WaSi 25.03.2021 ver.di Nds-Bremen FB 13 Warnstreik WaSi 25.03.2021  – Airbus Bremen
    Warnstreik WaSi 26.03.2021 ver.di Nds-Bremen FB 13 Warnstreik WaSi 26.03.2021  – elko Bremerhaven
    Warnstreik WaSi 24.03.2021 ver.di Nds-Bremen FB 13 Warnstreik WaSi 24.03.2021  – Kötter Bremen