Wach-und Sicherheitsdienste

    Tarifrunde WaSi: Erneute Streiks

    Wach- und Sicherheitsdienste

    Tarifrunde WaSi: Erneute Streiks

    Streik Tarifrunde WaSi Bremen ver.di Nds-Bremen FB 13 Streik Tarifrunde WaSi Bremen

    Über 48 Stunden dauerte der Streik der Beschäftigten der allgemeinen Bewachung im Bundesland Bremen. Mit Beginn der Frühschicht am Montag legten die Kolleg*innen der Sicherheitsdienste und Werksfeuerwehren an verschiedenen Einsatzorten die Arbeit nieder. Der Streik soll den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen, auf ihre Forderung nach einer deutlichen Steigerung der Grundlöhne einzugehen.

    Aufgerufen zum Streik hat die Gewerkschaft ver.di. Gewerkschaftssekretär Nils Wolpmann zeigte sich erfreut über die rege Beteiligung der Kolleg*innen, verwies aber auch auf die Dringlichkeit des Anliegens: „Den Einsatz in der Krise und im Shutdown wollen die Arbeitgeber nicht honorieren. Ihnen geht es ausschließlich um ihren Gewinn auf Kosten von Einkommen und Gesundheit der Beschäftigten. Wir wollen den Arbeitgebern zeigen, dass wir zusammenstehen und entschlossen für unsere Forderungen kämpfen.“

    In Folge der Arbeitsniederlegungen kam und kommt an verschiedenen Stellen zu Auswirkungen auf die Betriebsabläufe. Betroffen von den Ausständen sind unter anderem Standorte von Airbus, JDE, Mercedes und der swb in Bremen, sowie die Hafenterminals von BLG und Eurogate in Bremerhaven. Bestreikt werden die Sicherheitsunternehmen des Arbeitgeberverbandes BDSW. Zu ihnen zählen unter anderem elko, Kötter und Securitas.

    Die betroffenen Sicherheitsunternehmen versuchen die Folgen des Streiks durch den Einsatz von Streikbrechern abzufedern.

    „Securitas muss Streikbrecher aus Hamburg und Stadt nach Bremen verfrachten, um einen Notbetrieb aufrecht zu erhalten. Von mindestens einem anderen Unternehmen wissen wir aber auch, dass es Leiharbeiter*innen gegen die Streikenden einsetzt. Dies ist nach dem Arbeitnehmerentsendegesetz verboten. ver.di wird hiergegen rechtliche Schritte prüfen.“

    Markus Westermann, ver.di-Bezirksgeschäftsführer

    Nils Wolpmann fügt in Hinblick auf den bisherigen Streikverlauf hinzu: „Es ist die erste Tarifrunde seit 10 Jahren, in der wir in Bremen in dieser traditionell gewerkschaftsfeindlichen Branche in Streiks gehen. Wir haben mit Gegenmaßnahmen gerechnet und werden uns davon nicht entmutigen lassen. Im Gegenteil, die Kolleg*innen sind entschlossen, für ihre Forderungen zu kämpfen.“

    ver.di verhandelt seit Oktober 2020 mit dem Arbeitgeberverband BDSW einen neuen Lohntarifvertrag für das Land Bremen. Zum 31.12. letzten Jahres war der bisherige Lohntarifvertrag ausgelaufen. Die Lage ist ernst. Nach Warnstreiks im März haben die Arbeitgeber ihr Angebot zwar von 15 auf 20 Cent ab dem 1. Juni 2021und von 20 auf 34 Cent für 2022 erhöht. Bei einem derzeitigen Stundenlohn von 10,50€ in der untersten Lohngruppe reicht diese Steigerung kaum aus, um bis ans Monatsende zu kommen.

    „Wir sprechen im Niedriglohnsektor in absoluten Zahlen. ver.di fordert eine deutliche Steigerung der Grundlöhne um mindestens 1,50€ die Stunde. Das ist das Mindeste um ein Leben ohne Angst vor Altersarmut führen zu können,“ erläutert Maja Imlau, Mitglied der ver.di-Tarifkommission.

    Um in der Pandemie den Gesundheitsschutz der Kolleg*innen und der Bevölkerung zu gewährleisten, hat ver.di auf eine Streikkundgebung in Präsenz verzichtet und stattdessen am Montagnachmittag eine Online-Streikversammlung durchgeführt.