Bundesfinanz- u. Steuerverwaltung

    Steuerverwaltung verliert altersbedingt mehr als 2.800 Beschäftigte

    Steuerverwaltung verliert altersbedingt mehr als 2.800 Beschäftigte

    Wie im Rundblick vom 07.08.2015 zu lesen war, hat Finanzminister Schneider anlässlich der Vereidigung der neuen Beamtenanwärter/innen darauf hingewiesen, dass die niedersächsische Steuerverwaltung bis zum Jahr 2020 voraussichtlich mehr als 2.800 Beschäftigte aus Altersgründen verliert. Das sei etwa ein Viertel aller dort Beschäftigten, so Minister Schneider.

    Die Zahlen sind für uns nicht neu, haben wir als ver.di doch schon seit 2011 darauf hingewiesen, dass aufgrund des demografischen Wandels wir die Anwärter/innen-Einstellungszahlen drastisch anheben müssen, um unseren Auftrag „Steuern gerecht zu erheben und zu vollziehen“ sachgerecht und zeitnah wahrnehmen zu können. Natürlich ist es lobenswert, dass die Ausbildungszahlen um mehr als 50% aufgestockt wurden.

    Wer allerdings rechnen kann, kommt schnell zu dem Ergebnis:

    Wenn die Einstellungszahlen - wie zum 01.08.2015 mit insgesamt 436 Anwärter/innen - sich so in den kommenden Jahren fortsetzen, sind bis zum 01.01.2020 nur insgesamt 2.180 Anwärter/innen eingestellt worden. Die Einstellung von Tarifbeschäftigten wird erst gar nicht erwähnt.

    ver.di ist für die Einstellung von Beschäftigten - gleich welcher Statusgruppe zugehörig - und zwar „bedarfsgerecht“. So ist es im Koalitionsvertrag vereinbart!

    Insofern klafft zwischen den Zahlen eine Lücke von 620 Beschäftigungsmöglichkeiten.

    Wir gehen davon aus und fordern dieses beim Finanzminister ein, dass die Lücke durch die Einstellungen im Tarifbereich geschlossen wird! Wer damit wirbt, dass im 1. Halbjahr 2015 fast 300 Millionen Euro durch 1.709 Selbstanzeigen in die Kasse gebracht haben, muss auch für das entsprechende Personal sorgen, damit die Beschäftigten in der Steuerverwaltung ihren verfassungsmäßigen Auftrag „Steuern gleichmäßig, gerecht und zeitnah zu erheben und zu vollziehen“ erfüllen können.

    Wir werden das als ver.di Landesfachgruppe Steuerverwaltung in den Beratungen zum Haushalts-plan 2016 bei den Fraktionen des Niedersächsischen Landtages einfordern.

    In diesem Sinne: „Wir bleiben dran“  

    V. i. S. d. P.: ver.di Landesbezirk Niedersachsen-Bremen, Landesfachbereichsleiterin Regina Stein,  Fachbereich Bund und Länder, Goseriede 10,   30159 Hannover,   Telefon: 0511/12400-270,   E-Mail: Regina.Stein@verdi.de