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    Börsengang ohne Probleme - aber ohne Sicherheit für die Beschäftigten

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    Börsengang ohne Probleme - aber ohne Sicherheit für die Beschäftigten

    BCB, PB Service, PB Direkt und BHW KSG
    Fidi-Info vom 02.06.2015 ver.di Fidi-Info vom 02.06.2015  – Börsengang ohne Probleme

    Am 28./29.5.2015 fand in Frankfurt am Main die 3te Gehalts-Verhandlungsrunde BHW KSG und die erste Runde der „gelben Servicegesellschaften“ BCB, PB Service, PB Direkt und BHW KSG zu Manteltarifthemen statt.

    Ebenso wichtig wie Gehalt war für die Tarifkommissionsmitglieder aller 4 Gesellschaften die schon geeinten Eckpunkte wie z.B. 39 Std. Woche, 30 Tage Urlaub für alle, 24. und 31.12. dienstfrei, in Tarifregelungen umzusetzen.

    Für den Arbeitgeber war das wichtigste Ziel mit ver.di für die Zeit der Entflechtung und des Börsengangs eine Klausel zu vereinbaren, die den Ausschluss von Arbeitskämpfen zum Ziel hat. Insbesondere möchte die Bank hiermit zum Börsengang „negative“ öffentliche Aufmerksamkeit vermeiden.

    Für diese „Ruhe“ sollte es Angebote für die ArbeitnehmerInnen geben, die ein Stillhalteabkommen rechtfertigen würden.

    Was dann kam war allerdings eine große Enttäuschung für die Tarifkommissionsmitglieder.

    Angebot für BHW KSG:

    • Ab 1.7.2015 somit drei Nullmonate das entspricht nur 1,68 %
    • 2,0 % vom 1.7.2016 bis 1.7.2017
    • Laufzeit 24 Monate
    • 15 Euro VL
    • Einheitlicher Urlaub von 30 Arbeitstagen erst ab 2016
    • 24. und 31.12. dienstfrei ab 2015
    • 6 Tage zusätzlichen Urlaub für Schwerbehinderte

    Kein Angebot gab es zu folgenden Themen:

    • Zu Gehalterhöhungen für Aushilfen bei KSG
    • Zum 13tes Gehalt oder dessen Einstieg
    • Zur Betrieblichen Altersversorgung
    • Zu Mehrarbeitszuschlägen
    • Zur Verrechnung Bridging gegen Bonus KSG
    • Zur Klarstellung für Aushilfstätigkeiten unterhalb der Tarifgruppen

    Auch nach mehrfachem Nachfragen wurden dazu keine Aussagen mehr gemacht.

    Die Beschäftigten bei der BHW KSG werden nun ausführlich über die Bedeutung und Konsequenzen dieser Situation durch die ver.di Tarifkommissionsmitglieder informiert und zu Aktivitäten aufgerufen.

    Für die Beschäftigten bei den Gesellschaften BCB, PB Direkt , PB Service und BHW KSG machten die Tarifkommissionsmitglieder deutlich, dass es notwendig sei für den Übergang und die Wiedereingliederung in den Postbankkonzern eine Sozialcharta zu vereinbaren. Neben finanziellen Aspekten wollen die Tarifkommissionsmitglieder auch die sozialen Standards festschreiben. Wenn der Arbeitgeber einen ungestörten Börsengang wünscht, sollte ihm allemal die Sicherheit der Beschäftigten so viel Wert sein. Bislang bietet der Arbeitgeber nur 2% Gehaltserhöhung in 2016 für die „Ruhe“.

    Dieses Angebot ohne weitere Verbesserungen und Absicherung der Arbeitsbedingungen ist nicht ausreichend. Deshalb fordert ver.di wieder den Urzustand der Tarifverträge einzuführen.

    Das bedeutet insbesondere:

    • 10 Minuten Bildschirmpausen
    • Aushilfen maximal 6 Monate befristen
    • 38,5 Stundenwoche
    • 30 Tage Urlaub
    • 24. und 31.12. dienstfrei

    Schon am 11.und 12.6. sollen die Verhandlungen weitergehen. Bis dahin wird es ebenfalls ausführliche Darstellungen für die Beschäftigten von BCB, PB Service und PB Direkt geben.