Fachgruppe 2

    Ausweitung der Kinderbetreung nur unter klaren Bedingungen

    Erzieher*innen sprechen mit Kultusminister Tonne

    Ausweitung der Kinderbetreung nur unter klaren Bedingungen

    Der „Phasenplan-Kita“ des niedersächsischen Kultusministeriums mit der schrittweisen Ausweitung der Kinderbetreuung in Kindertagesstätten liegt vor. Darum haben wir, ver.di Kolleg*innen aus Kindertageseinrichtungen in Niedersachsen, mit Herrn Tonne über die aus unserer Sicht notwendigen Maßnahmen und Bedingungen gesprochen.

    Es ist zu erwarten, dass viele Eltern ihre Kinder in die Kita bringen möchten. Aufgrund von Risikogruppen, Erkrankungen und Quarantänen ist der Personalstand aktuell stark gesunken. Dieses muss bei der Lockerung der Maßnahmen zwingend berücksichtigt werden und die Bedingungen vor Ort müssen stimmen. Besonders wichtig sind uns folgende Punkte:

    • Der Gesundheitsschutz muss gewährleistet sein – Prozesse und Material zum Schutz der Beschäftigten und der Kinder müssen organisiert und ausreichend vorhanden sein. Hierzu gehören auch ausreichend Räumlichkeiten und Platz als notwendige Bedingung.

    • Überprüfung und Anpassung der Maßnahmen: Es muss regelmäßig in Krisenstäben überprüft werden, ob die Rahmenbedingungen und Ressourcen vor Ort mit dem erstellten Plan übereinstimmen. Das heißt, bei Veränderungen wie z.B. nicht ausreichendem Personal aufgrund von Zugehörigkeit zu Risikogruppen, Krankheit, zu wenig Räume und Platz etc. muss der Plan der Realität angepasst werden. Das kann auch bedeuten, dass die angestrebte Betreuungsquote nicht erfüllt werden kann. Hier erwarten wir, dass sowohl das Land, wie auch die Träger hinter den Beschäftigten stehen.

    • Beteiligung: Personal- und Betriebsräte und Kita-Leitungen sind vor Ort in den Krisenstäben zu beteiligen. So ist die Fachlichkeit gewährleistet, was den Gesundheitsschutz betrifft, wie auch die Bedingungen vor Ort und diese können entsprechend laufend überprüft und angepasst werden.

    • Personalbedarf: auch bei steigendem Personalbedarf muss gewährleistet sein: Beschäftigte aus Risikogruppen müssen geschützt und dürfen nicht gegen ihren Willen in der Einrichtung eingesetzt werden.

    • die Beschäftigten in den Kitas gehören zu den systemrelevanten Berufen und müssen daher bei Bedarf einen Anspruch auf Betreuung der eigenen Kinder haben

    Schon vor der Krise war die Arbeits- und Personalsituation in den Kindertageseinrichtungen schwierig u.a. aufgrund des Fachkräftemangels. In „Corona-Zeiten“ verschärft sich diese noch einmal mehr. Wir erwarten und fordern sowohl vom Land wie auch von den Trägern, dass der Schutz der Beschäftigten bei den Maßnahmen für die Ausweitung der Kinderbetreuung mit im Vordergrund steht, neben dem Betreuungsinteresse der Eltern.