Fachgruppe 2

    Newsletter SuE 02-2017

    Newsletter SuE 02-2017

    PROJEKT: Kita International „Toleranz fördern – Vielfalt gestalten“ ist gestartet

    In Kooperation mit der Alice Salomon Hochschule, dem ver.di Bildungswerk und Kindertageseinrichtungen aus Bremen, Hannover, Wuppertal und Köln ist das Projekt „Toleranz fördern – Vielfalt gestalten“ gestartet. Dabei geht es um die Entwicklung von Praxiskonzepten zur Teilhabe. Es werden Vorschläge zum pädagogischen Handeln und für die strukturelle Ebene erarbeitet.

    Durch qualifiziertes Personal kann die Förderung der Kinder besser gewährleistet werden. Ziel ist es, Integrationsund Inklusionserfolge durch vorurteilsbewusste Erziehung und den Abbau von Ressentiments zu erreichen. Das Projekt hat eine Laufzeit bis August 2019.

    S 8b Eingruppierung durchsetzen

    Mit dem Tarifabschluss 2015 ist es gelungen, Erzieherinnen/Erzieher mit staatlicher Anerkennung und entsprechender Tätigkeit sowie sonstige Beschäftigte, die aufgrund gleichwertiger Fähigkeiten und ihrer Erfahrungen entsprechende Tätigkeiten ausüben, mit besonders schwierigen fachlichen Tätigkeiten aus der seit 2009 gültigen S 8 Fallgruppe 1 in die S 8b Fallgruppe 1 überzuleiten.

    In zahlreichen Dienststellen und Betrieben gibt es bis heute Umsetzungsprobleme, obwohl der Begriff der „wesentlichen Erziehungsschwierigkeiten“ nicht neu ist, sondern schon in der Anlage 1a zum BAT vereinbart war. Wir empfehlen den ver.di-Vertrauensleuten sowie den Betriebs- und Personalräten dies auf betrieblicher Ebene zu thematisieren. Für die betriebliche Arbeit haben wir zur Unterstützung der Argumentation zwei einschlägige Urteile zur Begriffsauslegung im Mitgliedernetz bereitgestellt.

    Mehr im Mitgliedernetz unter »http://bit.ly/2ltIDHW

    Novellierung SGB VIII

    Im Sommer 2016 wurde durch einen Arbeitsentwurf des Bundesarbeitsministeriums die Diskussion zur Novellierung des SGB VIII angestoßen. Mit der sogenannten „inklusiven Lösung“ soll die Gesamtzuständigkeit der Kinder- und Jugendhilfe geregelt werden. Darüber hinaus gab es neben der Reform der Eingliederungshilfe weitere Änderungsvorschläge, zum Beispiel zur Hilfeplanung, zur Schulsozialarbeit und zur Kindertagesbetreuung. ver.di hat hierzu Stellung bezogen:

    • Eine Regionalisierung und Öffnung der Leistungsgewährung nach Kassenlage wird abgelehnt.
    • Der individuelle und einklagbare Rechtsanspruch auf Hilfen muss erhalten bleiben.
    • Die bisherigen, bewährten und rechtssicheren Begrifflichkeiten und Inhalte müssen bleiben.
    • Die erforderlichen Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Inklusion, Integration und verbesserte frühkindliche Bildung müssen zur Verfügung gestellt werden.

    Inklusion voranzubringen ist der richtige Weg. In die fachliche Diskussion werden sich auch die Kolleginnen und Kollegen aus den jeweiligen Arbeitsbereichen einbringen.

    Für Februar 2017 ist inzwischen eine „kleine Reform“ des SGB VIII angekündigt. Noch ist vollkommen offen, was sie beinhalten soll. Mit dem Referentenentwurf wird dann das Gesetzgebungsverfahren eröffnet.

    Frühkindliche Bildung

    Im Jahr 2014 hat die Bundesregierung mit dem „Communiqué frühkindliche Bildung weiterentwickeln und finanziell sichern“ einen Dialog mit den Ländern eingeleitet. Ziel ist es, die Qualität in den Tageseinrichtungen für Kinder und in der Kindertagespflege deutlich zu verbessern. Hierzu wurde im Herbst 2016 der Zwischenbericht der Bund-Länder-Kommission vorgestellt. Darin besteht unter anderem Übereinstimmung, dass das Gelingen des eingeleiteten Prozesses und die Ausarbeitung einer Gesamtstrategie eine dauerhafte und erheblich höhere Beteiligung des Bundes an den für die Kindertagesbetreuung aufzubringenden laufenden Kosten voraussetzt. Diese zusätzlichen Finanzmittel sollen nach einheitlichen Kriterien auf die Länder verteilt werden.

    Das wäre ein erster Schritt in die richtige Richtung. Doch er reicht nicht aus. Dringend notwendig sind bundeseinheitliche Mindeststandards für bessere Personalschlüssel. Diese müssen zum Beispiel Vor- und Nachbereitungszeiten, Leitungsfreistellung, Qualifizierungszeiten und Ausfallzeiten berücksichtigen. Nur so können Überlastungssituationen vermieden, qualitativ hochwertige Arbeit geleistet und zukünftige Fachkräfte gewonnen werden.

    Der Ausbau des Betreuungsangebotes für Kinder unter drei Jahren ist noch nicht abgeschlossen. Der Anteil der Eltern, die einen Betreuungsbedarf äußerten, lag im Jahr 2015 bei 43,2 Prozent. Für die rund zwei Millionen Kinder unter drei Jahren gibt es etwa 700.000 staatlich geförderte Plätze in Kindertagesstätten (Kitas) und bei Tageseltern. Bundesweit fehlen demnach immer noch rund 150.000 Plätze. Außerdem entspricht das Angebot an Ganztagsbereuungsplätzen noch nicht durchgängig dem Bedarf.