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    Bundesweit mehr als 26.000 bei Kundgebungen

    Bundesweit mehr als 26.000 bei Kundgebungen

    Breite Unterstützung zur Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe – Mehr als 26.000 bei Kundgebungen in Hannover, Köln, Dresden und Nürnberg

    Die Forderung der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst nach einer Aufwertung ihrer Arbeit ist bundesweit auf breite Unterstützung gestoßen. An Kundgebungen in Hannover, Köln, Dresden und Nürnberg*, zu denen der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) aufgerufen hatte, beteiligten sich mehr als 26.000 Beschäftigte aus den Sozial- und Erziehungsberufen, Eltern, Kinder, Angehörige und Kolleginnen und Kollegen aus anderen Branchen.

    Wir wollen keine Sonntagsreden mehr! Aufwerten! Foto: Nora Peter  – Wir wollen keine Sonntagsreden mehr! Aufwerten!

    „Tausende Erzieherinnen, Sozialpädagogen, Heilpädagogen sind heute für die Aufwertung ihres Berufs auf die Straße gegangen. Sie wurden von ebenso viel Menschen unterstützt. Das ist ein deutliches Signal für die Arbeitgeber: Wir wollen ein anständiges Ergebnis. Es darf nicht nur darum gehen, dass die nächste Generation keine Schulden hat, es muss darum gehen, dass die nächste Generation eine Zukunft hat – und der Grundstein dafür wird jetzt gelegt“, betonte der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann.

    „Wir wollen eine Aufwertung für alle im Sozial- und Erziehungsdienst Beschäftigten“, sagte der Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), Frank Bsirske: „Wir wollen, dass die Arbeit am Menschen eine hohe Wertschätzung erhält. Dieser Beruf muss attraktiver werden. Die Arbeit mit Menschen muss genauso bezahlt werden, wie die Arbeit mit Maschinen. Aufwertung ist überfällig, gerade in typischen Frauenberufen“, unterstrich Bsirske. „Beeindruckt hat mich der Berufsstolz, den ihr ausstrahlt.“

    ver.di fordert für die rund 240.000 Beschäftigten im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst eine Aufwertung durch bessere Eingruppierung, die im Durchschnitt zu zehn Prozent höheren Einkommen führen würde. Die Anforderungen und Erwartungen an die Arbeit im Sozial- und Erziehungsdienst sind stark gestiegen. Auf der Bezahlungsseite hat das bisher keine Entsprechung gefunden. Dafür haben pädagogische Fachkräfte in Kitas, Sozialarbeiter und Beschäftigte aus der Behindertenhilfe gestreikt. Auch erneute Verhandlungen blieben ohne Ergebnis. Beide Seiten haben daraufhin die Schlichtung angerufen, um nichts unversucht zu lassen – zumal keine Seite sich vorwerfen lassen will, angesichts der Belastungen für die Eltern nicht alles unternommen zu haben, doch noch zu einer Einigung zu kommen. Jetzt wird viel von den Schlichtern und ihrer Empfehlung abhängen. 69 Prozent der Bevölkerung haben aktuellen Umfragen zufolge Verständnis für die Streikenden.