Gesundheit und Soziales

    Odyssee muss beendet werden

    Krankenhaus Otterndorf

    Odyssee muss beendet werden

    verdi fordert die Re-Kommunalisierung des Krankenhauses in Otterndorf – die Odyssee der Beschäftigten muss beendet werden
    Michael Dehmlow und Frau in Warnweste mit Megaphon Renate Koßmann verdi fordert die Re-Kommunalisierung des Krankenhauses in Otterndorf – die Odyssee der Beschäftigten muss beendet werden


    Das Krankenhaus in Otterndorf ist erneut in eine finanzielle Schieflage geraten und braucht dringend Geld. 

    Aus ver.di-Sicht kann es nur eine Lösung geben: Das Haus in Otterndorf muss wieder ein kommunales Haus werden. Nur damit wird dem „Monopoly-Spiel“ privater Investoren ein Riegel vorgeschoben. Die Belegschaft und die Einwohner und Einwohnerinnen der Region haben es verdient, ein strategisch gut aufgestelltes Krankenhaus an der Seite zu haben. „Nun ist der Landrat und die Politik in der Pflicht, dem Haus eine verlässliche, langfristige Zukunft zu geben!“, so der Geschäftsführer von ver.di, Markus Westermann. „Mit der Odyssee von wechselnden Geschäftsführungen, ohne dass es bei einem der Investoren zu einer erfolgreichen Sanierung gekommen ist, muss jetzt endlich Schluss sein!“

    Am 01. Oktober 2020 wurde aus der bisherigen „Capio“ Klinik durch Verkauf das „Krankenhaus Land Hadeln – Unsere Stadtklinik“.

    Zumindest 2 der neuen Hauptgesellschafter, nämlich die Geschäftsführer Sigurd Gawinski und Andre Eydt sind im Otterndorfer Krankenhaus keine Unbekannten:

    Bereits in 2004, als das Kreiskrankenhaus privatisiert wurde, wurde Sigurd Gawinski Gesellschafter und Geschäftsführer der damals gegründeten GmbH. Damals teilte Landrat Bielefeld mit, dass er mit den privaten Investoren „einen verlässlichen Träger für das Kreiskrankenhaus gefunden habe“. Den Beschäftigten wurde mitgeteilt, dass diese Privatisierung die „soziale Sicherung für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Kreiskrankenhauses gewährleistet“.

    „Bei diesen Aussagen des Landrates stand wohl eher der Wunsch im Vordergrund, das defizitäre Haus so schnell wie möglich loszuwerden“, so die zuständige Gewerkschaftssekretärin Erika Czerny-Gewalt.

    Denn der Investor und Geschäftsführer, Sigurd Gawinski, dachte gar nicht daran, die versprochenen Konzepte zum Erhalt und Ausbau des Krankenhauses umzusetzen.

    Bereits knappe 2 Jahre später, in 2006, wurde das Haus an den Krankenhauskonzern Capio „weitergereicht“. Geschäftsführer blieb Sigurd Gawinski, der kurze Zeit später dann von Andre Eydt unterstützt wurde. Einige Jahre später verließen beide Geschäftsführer das Unternehmen.

    „Die Belegschaft hat die Privatisierung damals teuer bezahlt“, so Erika Czerny-Gewalt, „2008 wurden die Vergütungsstrukturen geändert, so dass die Beschäftigten über ein Jahrzehnt lang massive Einkommenseinbußen hatten. Erst seit 2020 ist das Krankenhaus wieder tarifgebunden“.

    Und nun scheint sich das alte Spiel zu wiederholen. „Kaum 5 Monate im Amt, stellen die Herren Gawinski und Eydt fest, dass Ihnen Geld fehlt. Ich befürchte, dass es wieder so endet wie 2006: Der Weiterverkauf an den nächsten Konzern! Und die Sanierung werden natürlich wieder die Beschäftigten zahlen müssen,  meint Erika Czerny-Gewalt.