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    Tarifrunde 2016/17 in der Diakonie Niedersachsen erfolgreich abgeschlossen!

     
    Zur Erinnerung: Erst seit September 2014 gibt es den Tarifvertrag Diakonie Niedersachsen (TV DN) für die rund 32.000 Beschäftigten in Krankenhäusern, Altenpflegeeinrichtungen, der Behinderten- und Jugendhilfe sowie weiteren Einrichtungen der Diakonie. Die erste Tarifrunde nach Abschluss des Tarifvertrages verlief 2014/2015 als reine Entgeltrunde mit einer Laufzeit bis zum 30.9.2016.


    In dieser Tarifrunde wollten wir neben einer Entgeltsteigerung auch strukturelle Verbesserungen des Tarifvertrages durchsetzen. Entsprechend bunt war unser Forderungsstrauß: 6% Entgeltsteigerung, eine neue Tabellenstruktur mit Verbesserungen für Berufsanfänger und für langjährig beschäftigte Kollegen/innen, die Tabellenstruktur für Ärzte/innen auf das Niveau der aktuellen Marburger-Bund-Tabellen anheben, die Vergütung der Auszubildenden erhöhen, die Nachtund Bereitschaftsdienstzuschläge erhöhen und verbesserte Vergütungen im Sozial- und Erziehungsdienst erreichen. Das waren unsere Ziele.

    Auch die Arbeitgeber hatten ihr Wunschpaket geschnürt. Auch seit langem von ihnen geforderte Einschnitte waren wieder dabei.

    Eine Veränderung der Tabellenstruktur ginge nur mit entsprechenden »Gegenkompensationen«, durch lange Verweildauer in den Stufen und der Einführung von Stufen auch in den unteren Entgeltgruppen, die erhebliche Verluste zur Folge gehabt hätten. Für die Eingruppierung solle auch nicht mehr die Berufserfahrung maßgeblich sein, sondern die Betriebszugehörigkeit. Die Jahressonderzahlung müsse um 30% abgesenkt werden, dafür wurde aber eine »Ergebnisbeteiligung«, nach gesicherter Rendite in Aussicht gestellt. Die Altersfreizeit sollte erst ab 60 Jahre gewährt werden, für Wechselschichtarbeitende (vorher Schicht) ab 58 Jahre. Die Kinderzulage sei zu streichen und eine Erhöhung des Nachtzuschlages sei durch Wegfall des Zusatzurlaubes und der Schichtzulage zu kompensieren. Die Anlage Service Kräfte sei auszuweiten auf zahlreiche Tätigkeiten, die bisher in den E-Gruppen gefasst sind. Und es gäbe keinen Handlungsbedarf für eine Verbesserung des Bereitschaftsdienstes und struktureller Verbesserungen im Sozial- und Erziehungsdienst.

    Von diesen doch sehr unterschiedlichen Vorstellungen waren die Verhandlungen geprägt und es wurde sehr engagiert gestritten. Am 9. November 2016, am dritten Verhandlungstermin, unterbreiteten die Arbeitgeber ein erstes Lohnangebot: 3% für 27 Monate.

    Am fünften Verhandlungstermin, dem 13. Dezember 2016, kam dann ein Abschluss zustande, welcher akzeptable Tarifsteigerungen und zukunftssichernde Vergütungsstrukturen sowie die Verteidigung der Sozialstandards zum Ergebnis hatte.

    Mit dem Abschluss, den wir als Erfolg werten, konnte Anschluss an die Einkommensentwicklung im Sozial- und Gesundheitswesen gehalten und fällige Strukturveränderungen vorgenommen werden, die in Zukunft weitere Entgeltsteigerungen beinhalten. Ein Erfolg, nicht zum Ausruhen, sondern zum noch besser werden.

    Die Redaktionsverhandlungen zur Tarifumsetzung zogen sich bis Mitte März hin und sind jetzt abgeschlossen. Nun kann der Tarifabschluss in den Betrieben umgesetzt werden. Genaueres entnehmt ihr den Details im Download.