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    Solidaritätsoffensive für die streikenden Ameos-Beschäftigten

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    Solidaritätsoffensive für die streikenden Ameos-Beschäftigten

    Tarifkonflikt Ameos-Kliniken in Hildesheim und Osnabrück
    Ameos: Gewerkschaftsspitze in Osnabrück ver.di Ameos: Gewerkschaftsspitze in Osnabrück

     
    Auftakt der 7. Streikwoche mit großem Bahnhof

    Am heutigen Dienstag verabredeten sich die Streikenden des ehemaligen Landeskrankenhauses spontan, die in Osnabrück weilenden Gewerkschaftsspitzen zu begrüßen. Gelegenheit bot die Sommertour der Vorsitzenden der DGB-Gewerkschaften. Die Kollegeninnen und Kollegen von Ameos wollen aufmerksam machen, dass sie wieder einmal in einem sehr langen Streik kämpfen müssen, damit Ameos einen neuen Tarifvertrag verhandelt.

    Gemeinsam mit ihren ‚Pappkameraden‘ und Spruchbändern haben sich die Streikenden aufgestellt. „Wir zählen auf euch!“, stand da. Es geht um mehr Öffentlichkeit. Sie wollen mehr Druck, denn längst ist klar, dass dieser nötig ist. Der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann ging seinen Kollegen voran auf die Streikenden zu und ließ sich informieren. Mit ihm warAndrea Kocsis, stellvertretende Bundesvorsitzende von ver.di vor Ort, den zähen Kämpferinnen und Kämpfern ihre Unterstützung für faire Arbeitsbedingungen zuzusichern.

    Ameos: Gewerkschaftsspitze in Osnabrück ver.di Ameos: Gewerkschaftsspitze in Osnabrück

    Längst geht es den Streikenden auch um die Frage, wie viel Interesse noch an einer gute Versorgung der Patienten besteht. „Wer so ignorant mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern umgeht, wird kaum mehr Achtung vor den Menschen aufbringen, die als Patienten kommen!“, berichten die Streikenden. „Offenkundig ist, dass nur Belegungszahlen und damit Geldflüsse im Blick sind!“ Diese werden von den Streikenden gestört.

    Mehr Druck meint, öffentlich zu hinterfragen, was in diesem privatisierten Landeskrankenhaus tatsächlich passiert. Es ist die Ausgliederung in Leiharbeit und Werkvertrag, die Segmentierung von Abteilungen, die Zerschlagung eines nur im Ganzen wirkungsfähigen Krankenhauses, das eigentlich dem Wohl der Patienten dienen soll. Längst kennen Gewerkschafter dieses Vorgehen. In anderen Bereichen hieß das Gewinnmaximierung, aussaugen der Ressourcen, wie es Hedgefonds nun einmal tun. Wie viel Mensch hat da noch Platz?

    Es steht auch ein Faktencheck an, sieht die DGB-Regionsgeschäftsführerin Petra Tiesmeyer die nächste Aufgabe. Selbst zur Begrüßung der Sommertour des DGB vor Ort, kennt sie viele Fakten. Der Versorgungsauftrag und dessen fachliche Qualität auf der einen, Ameos und deren Treiben auf der anderen Seite. „Wir zahlen Krankenkassenbeiträge für gesicherte Versorgung, nicht für maximale Gewinne!“, meint sie. Die Fachkräfte bestärken, dass die Zuschüsse des Landes dem Versorgungsauftrag gelten, nicht der Hedgefonds-Subventionierung.

    Deswegen wird die Solidaritätsoffensive gewollt, weil so öffentlich wird, auf welches Desaster hingesteuert wird mit der Privatisierung des Versorgungsauftrages – solange die Kasse dort stimmt. Auch diese Frage interessiert nicht nur die Streikenden und ihre Gewerkschaft ver.di, sondern den ganzen DGB. Das wurde bei dem Zusammentreffen mit der Gewerkschaftsspitze deutlich.