Aktuelles

    Unglaubliche Vorschläge

    Tarifrunde Diakonie Niedersachsen

    Unglaubliche Vorschläge

    (Fast) nichts ist mehr heilig

    Die Arbeitgeber der Diakonie teilen mit uns die Erkenntnis, dass es mittlerweile schwer geworden ist, freie Stellen zu besetzen und die Kolleg* innen im Beruf zu halten. Das trifft alle Berufe und Tätigkeiten, alle Hilfefelder.

    In dieser Analyse sind wir uns einig, in der Problemlösung könnten wir nicht weiter voneinander entfernt sein.

    Wir wollen die Arbeit in der Diakonie für die Beschäftigten attraktiver machen:

    • Mehr Geld (plus 6 %, mindestens 200 Euro),
    • Abschaffung der abgesenkten Altenpflegetabelle und der Stundenentgelttabelle,
    • Schutz vor Überlastung durch Begrenzung von Bereitschaftsdiensten und Einhaltung der freien Zeiten (Wochenende, dienstplanmäßiges Frei),
    • Verbesserung der Ausbildungsbedingungen (Vergütung, Urlaub)
      und
    • Veränderungen von Eingruppierungen, die nicht mehr den tatsächlichen Tätigkeiten entsprechen.

    Und das wollen die Arbeitgeber:

    • 40-Stunden-Woche (individuell kann auch die 42-Stunden-Woche gewählt werden)
    • 6-Tage-Woche (wer regelmäßig an Sonn- und Feiertagen arbeiten muss, erhält innerhalb von 2 Wochen 2 freie Tage, jetzige Regelung: 4 freie Tage!)
    • Zusatzurlaub für Nachtarbeit – gestrichen! Wegfall der Wechselschichtzulage, dafür Nachtzuschlag erhöhen von 20 % auf 25 %
    • »Stand-by-Dienst« an eigentlich freien Tagen einführen: 2 Stunden telefonische Erreichbarkeit, um im Bedarfsfall eine Vertretung zu übernehmen; beim tatsächlichen Vertretungseinsatz gibt es 20 Euro (!); für die 2-stündige Telefonbereitschaft 30 Minuten als Zeitgutschrift auf dem verpflichtenden Jahresarbeitszeitkonto
    • Freie Tage beim 10-, 20- oder 25-jährigen Jubiläum – gestrichen (statt dessen soll es Geld geben)
    • Entlastungstage – gestrichen!

    Im »Angebot« der Arbeitgeber ebenfalls enthalten sind Regelungen für dual Studierende und schulische Auszubildende sowie Einfügungen neuer Eingruppierungsmerkmale für bestimmte Funktionen (Tätigkeiten im Bereich der Pflege mit Fachweiterbildung, Wohnbereichsleitungen, Praxisanleitungen im Krankenhaus; Lehrkräfte an Krankenpflegeschulen).

    Leider fehlen noch wesentliche Tätigkeiten: Praxisanleitungen in der Altenpflege, Erzieher*innen in der Jugendhilfe, Pflegehelferinnen in der Behinderten- und Altenhilfe.

    Fazit:
    Selbst wenn einige wenige positive Veränderungsvorschläge im Arbeitgeberpapier enthalten sind: Sie stellen keinerlei Gegengewicht zu den Verschlechterungen dar! Die von uns geforderten Verbesserungen fehlen komplett. Die Arbeitgeber reagieren auf belastende Arbeitsbedingungen mit dem Vorschlag weiterer Belastung!

    Unsere Antwort kann nur sein:
    Gegenwehr organisieren! Nur gemeinsam werden wir Verschlechterungen abwehren und Verbesserungen erstreiten.

    Zur Gegenwehr gehört auch:
    Jetzt ver.di-Mitglied werden!