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    In der Krise zeigt sich, was lebenswichtig ist

    Coronavirus

    In der Krise zeigt sich, was lebenswichtig ist

    Erklärung des Aktionskreis Soziales Bremen-Nordniedersachsen
    im ver.di Fachbereich Gesundheit, Soziales, Wohlfahrt und Kirchen

    In der Krise zeigt sich, was lebenswichtig ist:
    Essen und Trinken, eine Wohnung und Gesundheit
    (und nicht: Aktien, Autos, AfD)

    Die Regierung in Deutschland begann vor über 30 Jahren die Gesundheits- und Sozialbranche umzubauen: viele Krankenhäuser und soziale Einrichtungen wurden privatisiert. Die Einrichtungen waren nicht mehr gemeinnützig, sie durften, ja sollten Profite erwirtschaften. Dabei nahm die Regierung in Kauf, dass sich in dem Streben nach Profiten die Arbeitsbedingungen verschlechterten. Die Einrichtungen wurden auf ihre Effizienz überprüft, es wurde die Anzahl der Pflegekräfte reduziert, es wurden Bereiche wie Küche oder Reinigung ausgegliedert und die Bezahlung wuchs nicht im Umfang mit der Bedeutung und den Aufgaben. Einige Heime wurden von Immobilienspekulanten und Immobiliengesellschaften erbaut, damit sie den Anteilseignern und Aktionären regelmäßige Renditen sichern. Die Prämisse im gesamten Sozialbereich wechselte von „Es muss gut und notwendig sein für die Menschen“ zu „Es muss wirtschaftlich sein oder sogar möglichst viel Profit einbringen für die Investoren und Geldgeber“.

    Die Arbeitsbedingungen der Kolleg*innen in der Pflege, im Reinigungsdienst, den Küchen oder der Haustechnik verschlechterten sich massiv. Personal wurde gekürzt und Löhne gedrückt.  Zu beobachten ist, dass besonders Pflegekräfte im Bereich der Altenpflege unter immer schlechter werdenden Löhnen zu leiden haben. Das liegt sicher zum einen daran, dass es viel weniger Mitglieder in der Gewerkschaft ver.di im Bereich Altenpflege gibt, zum anderen wurde aber gerade hier die Privatisierung besonders vorangetrieben.

    Der größte Skandal an der Privatisierung und am Paradigmenwechsel hin zur Profitorientierung ist, dass über viele Jahre auf Kosten von Arbeitsbedingungen und guter Pflege Gewinne erwirtschaftet wurden.

    Doch gerade jetzt erleben wir alle, auf welche Berufe wir angewiesen sind. Es sind unter anderem die Berufe im Pflegebereich. Das geht bei der Küchenmitarbeiterin los über die Reinigung bis hin zu den Pflegekräften.

    Nicht nur in dieser Krise – aber auch -  ist es für uns wichtig, dass ausreichend Betten und ausreichend Personal in den Einrichtungen für das Wohlergehen von kranken und pflegebedürftigen Menschen zur Verfügung stehen. Die Menschen in der Pflege sind systemrelevante Beschäftigte. Denen gebührt nicht nur Beifall, sondern außer unserer aller Anerkennung auch viel mehr Lohn als Ausgleich für diese für alle so wichtige Tätigkeit.

    Bremen, April 2020,
    Aktionskreis Soziales Bremen-Nordniedersachsen
    im ver.di Fachbereich Gesundheit, Soziales, Wohlfahrt und Kirchen