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    Belastung statt Entlastung!

    Tarifrunde Diakonie Niedersachsen

    Belastung statt Entlastung!

    Diakonie Tarifrunde Blitzinfo Nr. 02
    Arbeitgeber will ständige Verfügbarkeit und Mehrarbeit!

    Zu Beginn des 2. Verhandlungstermins am Montag, den 18. Februar fanden sich ca. 40 Kolleg*innen bei blauem Himmel und Frühlingstemperaturen am Verhandlungsort ein. Sie forderten: „Gute Löhne für gute Arbeit!“ Auszubildende der Krankenpflege brachten ihre Erwartungen ebenfalls auf Transparenten mit: „Bares für Rares“ oder „Ihr braucht uns – wir euch nicht“.

    Mit diesem Mandat bestärkt ist die ver.di/Marburger-Bund-Verhandlungsgruppe in die Verhandlungen gegangen.

    Während beim ersten Verhandlungstermin im Dezember 2018 kein Angebot von den Arbeitgebern vorlag, hatten sie jetzt ein umfangreiches Papier mitgebracht. Unter dem Motto: Es gibt zu wenig Arbeitskräfte – dann müssen die vorhandenen eben deutlich länger und flexibler arbeiten, sollen nahezu alle tariflichen Regelungen zur Arbeitszeit, die uns schützen, abgeschafft werden. Das Paket beinhaltet auch die Forderung nach einer Verlängerung der Wochenarbeitszeit auf 40 Stunden und eine 6-Tage-Woche. Unsere dringend benötigte Freizeit und unsere Gesundheit sollen uns abgekauft werden, ohne dass wir ein Mitspracherecht hätten. Das also verstehen Arbeitgeber unter Entlastung!

    Soviel auch zur Forderung, insbesondere des Marburger Bundes, nach einer Begrenzung von Bereitschaftsdiensten – sowohl Dauer, wie auch Anzahl. Eine Antwort sind die Arbeitgeber schuldig geblieben.

    Zur Entgeltsteigerung und zur Abschaffung der gesonderten Altenpflegetabelle haben sich die Arbeitgeber im zweiten Verhandlungstermin nicht geäußert. Dazu könnten sie erst ein Angebot machen, wenn sie eine Reaktion auf ihr „Angebot“ erhalten haben.

    Verbesserungen der Azubi-Entgelte können sich die Arbeitgeber vorstellen, wenn auch über 4 Jahre verteilt. Bei den Eingruppierungen gibt es Gesprächsbereitschaft. Unsere Forderung, dass die historisch bedingte Schieflage bei den Stundenwerttabellen mit teilweise dramatischer Benachteiligung der Kolleg*innen bei der Auszahlung von Überstunden abgeschafft wird, wollen die Arbeitgeber als exorbitante Erhöhung der aus den Stundentabellen errechneten Zulagen verkaufen.

    Für die große Mehrheit der Diakonie-Arbeitnehmer*innen stellt das derzeitige „Angebot“ eine Bedro-hung dar: arbeiten bis zur Erschöpfung und das zusätzlich extrem flexibel, ganz nach dem Bedarf des Arbeitgebers!