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    Tarifverhandlungen für einen landesweiten Tarifvertrag in der …

    Altenpflege in Bewegung

    Tarifverhandlungen für einen landesweiten Tarifvertrag in der Altenpflege haben begonnen

    Tarifvertrag Altenpflege in Niedersachsen
    Altenpflege-Info vom Oktober 2015 ver.di Altenpflege-Info vom Oktober 2015

    Pflegende erfahren in der Regel eine hohe Anerkennung und Wertschätzung für ihre Arbeit. Leider schlägt sich das nicht im Gehalt nieder. Examinierte Pflegekräfte in der Altenpflege verdienen in Niedersachsen heute rund 500 Euro weniger als in Baden-Württemberg oder Bayern, Altenpflegehelferinnen und -helfer immerhin noch rund 400 Euro weniger als in Nordrhein-Westfalen. Niedersachsen ist damit Schlusslicht aller westdeutschen Bundesländer.

    Deshalb fordern wir einen landesweiten Tarifvertrag für die Altenpflege!
    Die in ver.di organisierten Pflegekräfte haben beschlossen, dies endlich zu ändern. Die Arbeitgeber der Wohlfahrtsverbände wurden zu Tarifverhandlungen aufgefordert. Jetzt ist es uns gelungen,
    die Verhandlungen für einen landesweiten Tarifvertrag für die Altenpflege in Niedersachsen aufzunehmen. Ziel ist ein Tarifvertrag, der für allgemeinverbindlich erklärt werden soll. Dann muss er auch von Arbeitgebern angewendet werden, die ihn nicht mit verhandelt haben.

    Die erste Verhandlung hat stattgefunden!
    Beide Seiten waren sich einig: Der Tarifvertrag soll für alle Beschäftigten in den Einrichtungen der ambulanten und stationären Pflege gelten.

    Im Kern geht es um fünf große Themen:

    • Löhne,
    • Höhe der Arbeitszeit,
    • Anzahl der Urlaubstage,
    • Jahressonderzahlung (13. Monatsgehalt) und
    • Zuschläge für Nachtarbeit, Sonn- und Feiertage, Überstunden etc.

    Unser Ziel ist es,
    dass die Beschäftigten zukünftig in allen Themenfeldern zu den gleichen Bedingungen arbeiten wie im öffentlichen Dienst. Um das zu erreichen, werden Zwischenschritte nötig sein. Diejenigen, die heute schon so viel verdienen, wie vergleichbare Beschäftigte im öffentlichen Dienst, sollen nicht schlechter gestellt werden.

    Für uns ist klar:
    Die Arbeitsbedingungen müssen verbessert werden! Nur so kann der Beruf nachhaltig aufgewertet werden, um junge Menschen für den Beruf zu begeistern und bei der wachsenden Zahl von Pflegebedürftigen auch weiterhin eine gute Pflege zu gewährleisten. Wettbewerbsvorteile durch Lohndumping und schlechte Arbeitsbedingungen sollen der Vergangenheit angehören.

    »Na endlich macht jemand was! Dann wird ja alles gut …«
    Der Abschluss des Tarifvertrages ist sicher ein Schritt in die richtige Richtung, doch bis dahin ist es noch ein steiniger Weg. Weitere Verhandlungstermine sind schon vereinbart. Außerdem müssen Lohnsteigerungen und Verbesserungen in den nächsten Jahren immer wieder neu verhandelt werden. Ohne Unterstützung einer breiten Mitgliedschaft werden wir das Ziel eines guten Tarifvertrages nicht erreichen.

    Wir haben den ersten Schritt gemacht und sagen: Die Altenpflege ist uns wichtig! Jetzt müssen aber auch die Beschäftigten mitgehen und sich für ihre Interessen einsetzen.
    Deshalb jetzt Mitglied werden!


    Das Besondere an dem Tarifvertrag: die Allgemeinverbindlichkeit!
    Ein Tarifvertrag gilt normalerweise nur für Gewerkschaftsmitglieder und nur wenn sie bei einem Arbeitgeber beschäftigt sind, der den Tarifvertrag unterzeichnet hat.

    Wenn ein Tarifvertrag vom Land Niedersachsen für allgemeinverbindlich erklärt wird, muss er auch von Arbeitgebern angewandt werden, die ihn nicht unterzeichnet haben.

    Damit erreichen wir in den Kernthemen gleiche Bedingungen für alle Beschäftigten in der Altenpflege in Niedersachsen. Und an einer guten und sicheren Versorgung pflegebedürftiger Menschen
    sollten das Land und die Gesellschaft doch ein Interesse haben, oder?

    Dieses Verfahren haben wir schon für den Tarifvertrag für die Auszubildenden in der Altenpflege in Niedersachsen und Bremen beantragt und es wird noch in diesem Herbst entschieden. Wir sind sehr zuversichtlich, dass bald alle Auszubildenden den gleichen Urlaubsanspruch haben und gleiche Vergütungen gezahlt werden.

    Übrigens, auch wenn der Tarifvertrag allgemeinverbindlich ist, ist er nicht für ewig gültig.
    Tarifvertragliche Verbesserungen müssen immer wieder neu verhandelt werden und im Anschluss jedes Mal für allgemeinverbindlich erklärt werden, damit auch weiterhin alle Beschäftigten in der Pflege davon profitieren.