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    Beschäftigte fordern Tarife ein

    Pflege in Stade

    Beschäftigte fordern Tarife ein

    Gewerkschaft ver.di zur Pflege in der Region

    Die Zukunft kann nur besser werden. Wie es mit der Pflege in den Kliniken und Altenheimen im Kreis Stade weitergeht, darüber diskutierte die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di mit Beschäftigten und einer interessierten Öffentlichkeit am 14. Mai in der Seminarturnhalle. Ergebnis: Die Beschäftigten wollen enger zusammenrücken und sich regelmäßig treffen, um Tarife zu erreichen.

    ver.di-Gewerkschaftssekretärin Erika Czerny-Gewalt warb dafür, tariffähig zu werden. Der Aufsichtsrat der Elbekliniken hat Gehaltsanpassungen beschlossen. Diese wurden jedoch nicht in einem mit der Gewerkschaft ver.di abzuschließenden Tarifvertrag festgeschrieben. Die Einkommen der examinierten Pflegekräfte steigen durchschnittlich um 10 %, während die Beschäftigten außerhalb der Pflege lediglich 3 % bekommen. Dies ist problematisch, da selbstverständlich alle Beschäftigten zum Erfolg Elbe-Kliniken beitragen und eine unter-schiedliche Entgeltanpassung zur Spaltung und Entsolidarisierung der Belegschaft bei-trägt.

    Die nichttarifliche Gehaltsanhebung löste nicht nur Freunde aus, sondern führte auch zu zahlreichen Gewerkschaftseintritten. Irritiert sind Beschäftigte, dass sie dafür neue Arbeits-verträge unterschreiben sollen. Erika Czerny-Gewalt bot an, die neuen Verträge zu prüfen. Im Vergleich zum Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst (TVÖD) ist noch eine starke Differenz von etwa zehn Prozent vorhanden.

    Eigentlich wollten die Beschäftigten darüber mit den beiden Aussichtsratschefs, Stades Bürgermeisterin Silvia Nieber und Landrat Michael Roesberg, diskutieren. Die beiden sag-Teng allerdings aus Zeitgründen ab, äußerten sich aber schriftlich zu den Tarifen. Silvia Nie-bar ist überzeugt, dass der Tarifvertrag nicht eins zu eins umgesetzt werden könne und schließt nicht aus, dass über niedrigere Haustarife mit der Gewerkschaft geredet werden kann. Mit den nun getroffenen Verabredungen sei in den Elbe-Kliniken ein „großer Schritt für die Beschäftigten nach vorne gemacht" worden. Ähnlich äußert sich auch Michael Roesberg. Der Tarifvertrag Öffentlicher Dienst sei in „naher Zukunft nicht realisierbar".

    Das Land Niedersachsen will zwar die Kosten von Klinikneubauten in Stade übernehmen, aber nicht voll. Damit steigt die Gefahr, das fehlende Mittel u.a. aus Einsparungen am Personal generiert werden.

    Die Altenpflege ist tariflich noch schlechter organsiert als die Krankenhäuser. Wenn hier nicht mehr geschehe, dann wanderten Beschäftigte in die besser bezahlte Krankenpflege ab. Auf diesen Konflikt verwies Aysun Tutkunkardes vom ver.di-Landesbezirk aus Hannover und forderte die Beschäftigten auf, sich für eine bessere Bezahlung zusammen mit der Gewerkschaft ver.di einzusetzen.

    Stade, 28.05.2019