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    Arbeit in Zeiten von Corvid 19

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    Arbeit in Zeiten von Corvid 19

    Informationen für Kolleginnen und Kollegen mit systemrelevanten Tätigkeiten

    Ihr leistet unersetzliche Arbeit für unsere Gesellschaft. Der Stress und die Aufregung führen jedoch manchmal an die Grenzen der Belastbarkeit. Auch professionelles Personal wie ihr könnt unter psychischen Folgen leiden und ernsthaft an ihnen erkranken. Welche Ereignisse und Situationen besonders belastend sind, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Die Erfahrung zeigt, dass bestimmte Ereignisse häufig als belastend empfunden werden und schnell zu körperlichen und psychischen Reaktionen führen können.

    Bestimmte EREIGNISSE können als besonders belastend empfunden werden:

    Dazu gehören

    • Die Konfrontation mit einer großen Anzahl von Verletzten, Erkrankten oder Toten
    • Verletzung, Erkrankung oder Tod eines Kollegen/einer Kollegin
    • Eigene körperliche Verletzung, Erkrankung oder Lebensgefahr
    • Leid, Verletzung oder Tod von Kindern
    • Unklares, unzutreffendes Lagebild und schlechtes Management
    • Unklare Führung und überlastete Strukturen
    • Nicht helfen können, eigene Kompetenzen nicht einbringen können

    AKUTE BELASTUNGEN zeigen sich zum Beispiel durch

    • Anhaltende körperliche Erregung (wie Herzklopfen, Zittern, Schitzen)
    • Andauernde Anspannung (besonders wachsam, reizbar oder schreckhaft sein; keinen erholsamen Schlaf finden, sich nicht konzentrieren können)
    • „Neben sich stehen“ (ein Gefühl, wie im Film oder Traum, Teilnahmslosigkeit)
    • Erinnerungslücken bezüglich bestimmter Situationen
    • Situationen immer „wiedererleben“ (Gedanken, Bilder, Gerüche etc.)
    • Niedergeschlagenheit (das Gefühl, keine Freude mehr empfinden zu können, gehen nicht mehr aus dem Kopf, Albträume)

    Beschäftigte in sozialen Einrichtungen haben oft besondere Fähigkeiten entwickelt, mit extremen Situationen umzugehen. Anders als Beschäftigte in anderen Berufen erleben Sie im Alltag viele belastende Ereignisse. Um diese Eindrücke zu bewältigen, könnt ihr selbst einiges tun, was euren Schutmechanismus stärkt

    • Die eigenen Gefühle und Reaktionen akzeptieren: sie sind kein Zeichen von Schwäche, sondern eine normale Reaktion auf eine außergewöhnliche Situation und Resultat der geleisteten Arbeit.
    • Gewinnt Abstand (nehmt euch z.B. Zeit zur Erholung, macht Pausen).
    • Redet Sie mit Kolleg*innen tauscht euch aus.
    • Hilfreich kann ebenfalls sein, Transparenz und Mitsprache im Krisenmanagement einzufordern.
    • Behaltet vertraute Alltagsgewohnheiten und Freizeitaktivitäten bei.
    • Tut euch gezielt etwas Gutes.
    • Sucht Unterstützung bei Familie und Freund*innen in dem Rahmen, in dem es gerade möglich ist (z.B. per Telefon, Videotelefonie, Chats), nehmt Hilfe an.
    • Seid achtsam beim Genuss von Alkohol, andere Drogen und anderen Selbstmedikationen. Gerade wenn dies zunächst zu beruhigen und zu lindern scheint, kann dies neue Probleme schaffen
    • Denkt bitte daran, dass diese Situation nicht der richtige Zeitpunkt ist, um wichtige Entscheidungen zu treffen. Verschiebt dies, wenn möglich, auf eine belastungsärmere Zeit.

    Auch in Coronazeiten, sind das Recht auf Pause und die Einhaltung der Höchstarbeitszeit nicht abgeschafft!