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    Wir bringen den Stein ins Rollen!

    Altenpflege in Bewegung

    Wir bringen den Stein ins Rollen!

    Tarifvertrag Altenpflege in Niedersachsen

    In keinem westdeutschen Bundesland verdienen Pflegekräfte weniger als in Niedersachsen. Das sagt nicht nur ver.di – auch der Pflegebeauftrage der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann, gab dies kürzlich bekannt. Wieder einmal erklärten anschließend Arbeitgeber und Politik, dass sich dies ändern müsse. Auch Ministerpräsident Stephan Weil forderte höhere Löhne. Die in ver.di organisierten Pflegekräfte wollen nun Taten sehen und fordern einen landesweiten Tarifvertrag mit höheren Löhnen.

    Die rund 105.000 Pflegekräfte in Niedersachsen leisten viel. Dabei erleben sie Personalmangel, Überlastung, anstrengenden Arbeitszeiten, körperlicher und psychischer Belastung. Einen gerechten Lohn erhalten sie dafür nicht: Je nach Arbeitgeber unterscheiden sich die Löhne und oft gibt es sogar innerhalb einer Einrichtung unterschiedliche Gehälter. Für die Mehrzahl der Beschäftigten gibt es keinen Tarifvertrag, sondern der Arbeitgeber legt einseitig die Löhne »nach Nase und Gutsherrenart« fest.

    Schlusslicht Niedersachsen
    Nicht nur, dass die Löhne unterschiedlich hoch sind. Die aktuelle Studie der Bundesregierung zeigt auch, dass Pflegekräfte in Niedersachsen deutlich weniger verdienen als in vergleichbaren Ländern. Der durchschnittliche Monatslohn einer Pflegefachkraft liegt demnach in Niedersachsen bei 2.209 Euro. Im benachbarten Nordrhein-Westfalen sind es hingegen 2.692 Euro und damit fast 500 Euro mehr – pro Monat!

    Wir wollen das ändern!
    Tausende Pflegekräfte haben sich in ihrer Gewerkschaft ver.di zusammengeschlossen, um die Situation zu verbessern.

    Kolleg/innen aus verschiedenen Einrichtungen kamen Anfang April in Hannover zusammen, um die ver.di-Forderungen zu beschließen.

    Wir fordern:

    • einen Tarifvertrag Altenpflege mit einheitlichen und höheren Löhnen für alle Pflegekräfte in Niedersachsen
    • die Wohlfahrtsverbände AWO, Diakonie, Paritätischer, DRK und Caritas zu Verhandlungen über einen solchen Tarifvertrag auf
    • der Tarifvertrag soll mindestens Regelungen über Löhne, Arbeitszeit, Zahl der Urlaubstage, Jahressonderzahlung (13. Monatsgehalt) und Zuschläge enthalten.
    • Außerdem will ver.di, dass ein mit den Wohlfahrtsverbänden vereinbarter Tarifvertrag anschließend von der Landesregierung für »allgemeinverbindlich« erklärt wird.

    Eine solche Erklärung führt dazu, dass alle Arbeitgeber verpflichtet sind, den Tarifvertrag umzusetzen, auch wenn sie ihn nicht unterzeichnet haben.

    Wann geht’s los?!
    Die ersten Wohlfahrtsverbände haben ihre Bereitschaft zu Tarifverhandlungen erklärt. Wir erwarten nun, dass weitere Arbeitgeber folgen und konkrete Tarifverhandlungen in den kommenden Wochen beginnen können. Reden und Bekenntnisse reichen uns nicht – nun wollen wir wirkliche Verbesserungen.

    Bist du dabei?
    ver.di will keinen landesweiten Tarifvertrag um jeden Preis, sondern einen möglichst guten Tarifvertrag. Möglichst viele Beschäftigte sollen deutlich mehr bekommen und niemand weniger! Um dieses Ziel durchzusetzen reicht es jedoch nicht, die Arbeitgeber an den Verhandlungstisch zu bringen. ver.di muss in den Verhandlungen auch durchsetzungsfähig sein.

    Dies geht nur
    mit vielen aktiven Pflegekräften in ver.di, die gegenüber den Arbeitgebern auch Druck machen können, wenn diese sich nicht bewegen.

    Deshalb:
    Jetzt mit möglichst vielen Kolleg/innen in ver.di aktiv werden!