Diakonie und Kirche

    Beschäftigte der Unfallchirurgie stellen Arbeitgeber ein Ultimatum

    Agaplesion Diakonieklinikum Rotenburg

    Beschäftigte der Unfallchirurgie stellen Arbeitgeber ein Ultimatum

    Plakat mit Aufschrift "Profite pflegen keine Menschen Stefan Fahl Beschäftigte der Unfallchirurgie des Agaplesion Diakonieklinikum Rotenburg stellen Arbeitgeber ein Ultimatum


    Die Beschäftigten der Unfallchirurgie des Agaplesion Diakonieklinikum Rotenburg sind nicht mehr bereit, die durch Personalmangel verursachten massiven Überlastungen und Gefährdungen des Pflegepersonals und der Patient*innen hinzunehmen. Sie fordern eine Mindestbesetzung und Entlastungstage, wenn diese nicht eingehalten werden können. Zudem fordern sie verlässliche Dienstpläne und weitere strukturelle Verbesserungen. Sollte der Arbeitgeber nicht bis zum 1. Oktober 2020 adäquat reagieren, werden freiwillige Leistungen, wie z.B. das Einspringen aus dem Frei, nicht mehr erbracht.

    Cheyenne Latimer, Krankenpflegerin am Diakonieklinikum in Rotenburg: „Nachdem wir, das Team der Unfallchirurgie, im Sommer ein bis zum 01. Oktober gefristetes Ultimatum stellten, kam es zu Gesprächen mit dem Arbeitgeber. Daraufhin beschlossen wir, das Ultimatum bis Mitte November auszusetzen. Voraussetzung war, dass die Arbeitgeberseite ernsthaft auf unsere Forderungen eingeht.“

    „Genug ist Genug“, so Cheyenne Latimer weiter, „in den letzten Jahren ist die Arbeitsbelastung auf unserer Station immer schlimmer geworden.“ „Das haben wir unserem Arbeitgeber auch immer wieder mitgeteilt“ berichtet Krankenpflegerin Monika Kruse. „Statt aber unsere Situation zu verbessern, hat er die Schuld an der Misere uns zugeschoben. Da hat es uns gereicht!“

    „Mit dem Ultimatum wehren wir uns gemeinsam gegen diese unerträglichen Zustände und haben dem Arbeitgeber Vorschläge gemacht, wie die Rahmenbedingungen aussehen müssen, damit wir gut arbeiten können“, so Nadine Thoms, Krankenpflegerin am Diakonieklinikum Rotenburg.

    „Wir wollen mehr Menschen von der Arbeit im Krankenhaus begeistern“, so Gewerkschaftssekretär Jörn Bracker, „dass klappt aber nur, wenn wir die Arbeitsbedingungen deutlich verbessern.“

    „Das Team der Unfallchirurgie wird darum von mir bei ihrem Ultimatum voll unterstützt, durch rechtliche und strategische Beratung, und wenn nötig, auch durch unseren Rechtschutz“, so Bracker weiter.

    „Das was uns der Arbeitgeber bisher in den Gesprächen als Lösungen anbietet, zeigt, dass er den Ernst der Lage nicht erkannt hat“, empört sich Torsten Rathje, Vorsitzender der Mitarbeitervertretung des Agaplesion.

    Da der Arbeitgeber offensichtlich nicht auf die Forderungen des Teams der Unfallchirurgie eingeht, werden nun die Konsequenzen des Ultimatums umgesetzt.