Krankenhäuser

    ver.di übernimmt

    Asklepios Seesen

    ver.di übernimmt

    Verhandlungen mit Betriebsrat gescheitert

    Ohne Übernahme des Tarifvertrages Öffentlicher Dienst drohen Streiks

    Die seit Jahresbeginn laufenden Entgelt-Verhandlungen zwischen Betriebsrat und Asklepios Seesen sind gescheitert. Auf der gestrigen Betriebsversammlung zeigten sich die rund 180 Beschäftigten komplett enttäuscht, lehnten das von Asklepios vorgelegte Angebot einstimmig ab und machten ihrem Unmut lautstark Luft.

    Damit ist klar: Die Gewerkschaft verdi übernimmt. verdi erneuerte bereits heute seine Aufforderung an Asklepios, umgehend in Tarifverhandlungen einzutreten.

    ver.di-Verhandlungsführer Jens Havemann „Das vorgelegte Angebot ist im Prinzip eine Nullnummer: meilenweit weg vom Maßstab Tarifvertrag Öffentlicher Dienst und auch gegenüber den bisherigen Gehältern kein hilfreicher Schritt nach vorn.“

    Oliver Kmiec, Betriebsratsvorsitzender und Mitglied der ver.di-Tarifkommission: „Der Betriebsrat hat bei der Höhe von Gehältern – anders als die Gewerkschaft, keine Durchsetzungsmöglichkeiten, Asklepios war aber in den Verhandlungen trotz bester Argumente auf unserer Seite im Prinzip zu Nichts bereit.“

    Havemann weiter: „Das vorgelegte Angebot beweist, der von Asklepios vorgeschlagene Weg bringt keine tragfähigen Lösungen. Es geht nur über Tarifverhandlungen. Wenn Asklepios nicht in Tarifverhandlungen einsteigt und dort ein deutlich verbessertes Angebot auf dem Niveau Tarifvertrag Öffentlicher Dienst vorlegt, drohen in Kürze erste Streiks!“

    Die Betriebsversammlung ging mit der Sparpolitik der Asklepios-Geschäftsführung hart ins Gericht. Der allgemeine Tenor: „Die Klinik wird kaputtgespart. Wir wollen endlich wieder eine gute Klinik sein wie wir es über Jahrzehnte gewesen sind. Dazu brauchen wir dringend Personal. Das klappt aber nur, wenn die Arbeitsbedingungen sofort radikal verbessert werden. Geld ist dafür nur ein Faktor, aber ein wichtiger und schnell umsetzbar!“

    Und weiter: „Handeln Sie endlich, es ist allerhöchste Zeit!“, wurde die Geschäftsführerin Adelheid May unmissverständlich aufgefordert.

    Havemann: „Die Klinik – jahrelang Aushängeschild und Cashcow des Konzerns sowie Leuchtturm in der Region wird durch die kurzsichtige Sparpolitik der letzten zwei, drei Jahr zum Sorgenkind. Langjähriges Personal verlässt seit Monaten zuhauf die Klinik, neues ist bei dem Fachkräftemangel auf dem Markt für die gezahlten Gehälter und bei den Arbeitsbedingungen kaum zu bekommen. Es könnten weit mehr Patienten aufgenommen werden, wenn nur ausreichend Personal vorhanden wäre.“

    Hintergrund: Bereits Ende 2018 hatte ver.di die Initiative zu Tarifverhandlungen ergriffen, was allerdings von Asklepios abgelehnt wurde. Stattdessen stellte Asklepios für Vereinbarungen mit dem Betriebsrat Verbesserungen in Aussicht. Betriebsrat und ver.di gingen lösungsorientiert auf den Vorschlag ein. Das Ergebnis liegt nun vor.

    Die bisherigen Gehälter liegen erheblich unter dem was die Asklepios-Kollegen in Goslar oder Göttingen verdienen, die unter den Tarifvertrag Öffentlicher Dienst fallen. Havemann: „Je nach Berufsgruppe und Alter variiert das, im Schnitt sind es aber in der höchsten Stufe rund 24% über alle Berufsgruppen.“