Krankenhäuser

    Streiks stehen unmittelbar bevor

    Asklepios Seesen

    Streiks stehen unmittelbar bevor

    Patientenversorgung wird durch Notdienst sichergestellt

    Die Stimmung unter den 120 Beschäftigten war entschlossen und kämpferisch. „Es geht um die Zukunft unserer Klinik. Wir brauchen dringend Personal, um wieder in die Erfolgsspur zu kommen. Dazu aber müssen wir attraktive Bedingungen bieten und das geht nur mit konkurrenzfähigen Gehältern“, brachte ein Teilnehmer der gestrigen Streikkonferenz die Ausgangslage auf den Punkt.

    Die Gewerkschaft ver.di hatte ins Jacobson-Haus eingeladen, um die Streiks vorzubereiten. verdi-Verhandlungsführer Jens Havemann: „Ein Streik in der Schildautalklinik ist ein absolutes Novum. Auch für die einzelnen Menschen ist es der erste Streik in ihrem Leben. Einen solchen Schritt geht keiner – gerade die, die Verantwortung für andere Menschen tragen - leichtfertig, aber die Beschäftigten sehen keine andere Lösung mehr.“

    ver.di richtet sich auch auf längere Auseinandersetzungen ein. Havemann: „Unsere Erfahrungen mit Asklepios lassen leider wenig Kompromissbereitschaft und schnelle Einsicht vermuten. Wir haben ja gerade in den Gesprächen zwischen Asklepios und dem Betriebsrat gesehen – auch die besten Argumente bewegen bei Asklepios nichts.“

    Martin Kupferschmidt, Mitglied der ver.di-Tarifkommission: Streikstrategie und Streikplanung stehen. Wir sind bestens präpariert und gut aufgestellt. Es ist bedauerlich, dass wir diese Wege gehen müssen, aber wenn Asklepios sich nicht entscheidend bewegt, bleibt uns keine andere Wahl. Wir liegen mit den Gehältern so weit weg vom Maßstab TV ÖD, dass die Bewerber mittlerweile einen großen Bogen um Seesen machen!“

    Die Versorgung der Patienten wird selbstverständlich auch im Streikfall gewährleistet sein. Havemann: „Wir werden die Streiks immer rechtzeitig ankündigen und Asklepios Notdienstverhandlungen anbieten. Unsere gesamte Streikplanung ist darauf ausgerichtet, Wirkung auf Asklepios zu erzielen und sie damit zum Einlenken zu bewegen und nicht die Patienten zu treffen. Leider werden sich Auswirkungen des Streiks auf die Patienten aber nicht komplett vermeiden lassen. Deshalb erneut der dringende Appell an Asklepios: Asklepios Goslar zahlt TV ÖD, Asklepios Göttingen ebenso. Warum sollen die Kollegen in Seesen weit weniger verdienen?“