Handel

    Kritik an Ausbildungsqualität im Handel

    Ausbildungsreport 2018

    Kritik an Ausbildungsqualität im Handel

    Der DGB hat seinen Ausbildungsreport 2018 veröffentlicht und darin insbesondere die Ausbildung im Handel unter die Lupe genommen. Rund 500 Handels-Azubis haben ihre Ausbildung bewertet – mit mangelhaftem Ergebnis:

    • Nur 63% bewerten die betriebliche Ausbildungsqualität als gut oder sehr gut, und nur ähnlich viele Azubis sind mit der Hilfestellung der Ausbilder im Betrieb zufrieden.
    • Bei fast einem Viertel der Auszubildenden In Niedersachsen und Bremen wird der Ausbildungsplan nicht eingehalten, das heißt, diese Auszubildenden lernen nicht das, was sie lernen sollten.
    • Für ein Drittel sind ausbildungsfremde Tätigkeiten Realität: Sie werden nicht selten als billige Arbeitskräfte missbraucht.
    • Über 40 % schreiben ihr Berichtsheft nie während der Arbeitszeit.
    • Über 27 % Prozent müssen ihre Berufsschulzeit manchmal oder immer nacharbeiten.
    • Handels-Azubis machen mehr Überstunden als andere Auszubildende.
    • Die Ausbildungsvergütungen liegen niedriger als im Durchschnitt der übrigen befragten Auszubildenden und in vielen Betrieben werden die tariflichen Ausbildungsvergütungen unterboten.

    Angesichts dieser Erfahrungen der Auszubildenden ist es wenig überraschend, dass lediglich knapp die Hälfte der Auszubildenden im Handel später in ihrem Beruf weiter arbeiten möchte. Auffallend ist auch, dass bei den Handels-Azubis deutlich weniger in ihrem Ausbildungsbetrieb weiterarbeiten möchten als in den übrigen Berufen.

    David Matrai (ver.di Niedersachsen-Bremen) erklärte zu den Ergebnissen: „Der Ausbildungsreport zeigt ganz klar, dass der Handel im Vergleich zu anderen Berufsgruppen deutlich schlechter abschneidet. Die Arbeitgeber müssen deshalb dringend die Ausbildungsqualität verbessern, die Vergütungen erhöhen und den Ausgelernten eine Perspektive bieten. Sonst laufen ihnen weiterhin die Leute weg. Der häufig beklagte Fachkräftemangel ist hausgemacht.“

    Hier geht es zum DGB-Report