Medien, Kunst und Industrie

    Druckereischließung Madsack - Arbeitgeberseite will unsoziales …

    Druckereischließung Madsack - Arbeitgeberseite will unsoziales Profitmodell

    Hannover, den 14.Jan. 2016

    Tarifkommission empört! - Profitmodell des Arbeitgebers abgelehnt!  

    Die ver.di-Tarifkommission hat den aktuellen Verhandlungsstand in Sachen Druckereischließung in mehreren Punkten als kritisch bewertet und zum Teil klar abgelehnt! Dabei geht es um die Frage der Rückflüsse an den Arbeitgeber aus dem vereinbarten Sozialplan/Sozialtarifvolumen in Höhe von maximal 18,75 Millionen Euro. Die Tarifkommission empört, dass die Arbeitgeberseite mit Tricks versucht, diese Rückflüsse zu ihren Gunsten künstlich nach oben zu treiben.

    Gestritten wird in den Verhandlungen, die am 12. Januar 2016 bis in die frühen Morgenstunden des 13. Januar 2016 andauerten, vor allem um folgende Frage: Welche MitarbeiterInnen der Druckerei sind im Sinne des Mitte Oktober vereinbarten Eckpunktepapiers „transferfähig“?  

    MitarbeiterInnen, die „transferfähig“ sind, müssen bei den Kosten für die Transfergesellschaft einberechnet werden. Der Streitpunkt ist: Der Arbeitgeber will MitarbeiterInnen als „transferfähig“ einrechnen, obwohl heute schon klar ist, dass diese die Leistungen der Transfergesellschaft gar nicht in Anspruch nehmen können. Dabei geht es um die MitarbeiterInnen, die die VGM im Laufe des Jahres 2016 verlassen werden, etwa weil sie im Konzern wechseln oder einen anderen Arbeitgeber gefunden haben oder aus sonstigen Gründen das Unternehmen verlassen. Diese will der Arbeitgeber für die Transfergesellschaft zu 100% einberechnen mit der für ihn schönen Folge, dass 50% in seine Kasse zurück fließen würden.  

    Gleich doppelt verdienen will der Arbeitgeber an den MitarbeiterInnen, die in der zweiten Hälfte des Jahres 2016 von der Lohndruckerei Oppermann abgeworben werden. Die Druckerei Oppermann produziert ab 1. Januar 2017 HAZ, NP und viele andere Madsack-Titel. Für diese „Oppermänner“ ist im Eckpunktepapier des Sozialplans/Sozialtarifs bereits vereinbart, dass für sie niedrigere Abfindungen festgelegt werden können; von der Differenz aus „normaler“ Abfindung und niedrigerer „Oppermann-Abfindung“ wird der Arbeitgeber unstreitig 50 % der eingesparten Summe kassieren. Nun will der Arbeitgeber selbst diese „Oppermänner“ als zu 100 % „transferfähig“ berechnen, obwohl klar ist, dass auch für die „Oppermänner“ Nullprozent Transferkosten entstehen werden – wieder mit der schönen Folge für den Arbeitgeber, dass er auch hier 50 % des Geldes einkassieren würde.  

     

    So nicht !  

    Die Tarifkommission hat sich klar gegen dieses unsoziale Profitmodell ausgesprochen. Sie ist empört, dass hier den entlassenen KollegInnen Geld vorenthalten werden soll. Die Tarifkommission wird dies mit der Belegschaft im Vorfeld der nächsten Verhandlungsrunde am 25. Januar 2016 diskutieren. Sie fordert die Arbeitgeberseite zur Vernunft auf. Diese soll sich an die im Eckpunktepapier getroffenen Vereinbarungen halten.  

    Das Geld muss in die Taschen derer fließen, die Madsack um ihren Arbeitsplatz bringt!

    ver.di-Tarifkommission 

     V.i.S.d.P.: ver.di Landesbezirk Niedersachsen-Bremen, Fachbereich Medien, Kunst und Industrie, Goseriede 10, 30159 Hannover