dju Niedersachsen-Bremen

    Tarif gekündigt - dju fordert 5 %, mindestens 200 Euro

    Tarif gekündigt - dju fordert 5 %, mindestens 200 Euro

    Die Forderung ist raus: Am 30. November hat die Bundestarifkommission der Deutschen Journalistinnen- und Journalistenunion (dju in verdi) beschlossen, den bestehenden Gehaltstarifvertrag für die Kolleginnen und Kollegen an Tageszeitungen zu kündigen und um mehr Geld zu streiten. Die Forderung lautet 5 Prozent, aber mindestens 200 Euro für alle. Denn:

    ● Von 2010 bis 2014 hat die Inflationsrate bei 7,6 Prozent gelegen

    ● Die Tarife anderer Branchen sind um 12 Prozent gestiegen.

    ● Redakteurinnen und Redakteure haben gerade mal 4 Prozent mehr Gehalt bekommen – weniger also als der Inflationsausgleich.

    ● Allein die Absenkung der Jahresleistung und des Urlaubsgeldes kosten uns jährlich 0,36 Prozent.

    Durch den sogenannten Sockelbetrag von 200 Euro sollen die Kolleginnen und Kollegen in den unteren Gehaltsgruppen stärker profitieren. In diesem Fall jene, die weniger als 4000 Euro brutto verdienen. Das haben sie sich verdient, ebenso ein wenig Solidarität von Kollegen in höheren Gehaltsstufen.

    Im letzten Tarifergebnis von 2014 hatten wir, weil die Verleger den Manteltarifvertrag gekündigt und massive Verschlechterungen gefordert haben, zugestimmt, dass das Weihnachtsgeld weniger wird und der Verlust über die vereinbarten Honorar- und Gehaltssteigerungen von insgesamt 3,6 Prozent ausgeglichen werden sollte. Mit diesem Verzicht haben wir einiges erreicht, auch weil wir mit Streiks für unsere Ziele und gegen die Arbeitsgeberforderungen gekämpft haben: Die Online-Redakteurinnen und –Redakteure sind nun endlich im Geltungsbereich der Tarifverträge für die Tageszeitungsredaktionen, ab Mitte 2016 auch im Manteltarifvertrag und erstmals haben wir auch eine Effektiverhöhung für die Pauschalisten-Honorare durchgesetzt.

    Aber das waren keine Geschenke, sondern bezahlt mit Abstrichen bei der Jahresleistung und beim Urlaubsgeld. Ein Minus von 0,36 Prozent macht das jährlich aus. Die Zahl behalten wir im Sinn. Denn im nächsten Jahr steht uns eine reine Gehaltsrunde ins Haus. Das heißt, der Manteltarifvertrag kann erst zu Ende 2018 gekündigt werden und uns droht damit nicht das Damoklesschwert von weiteren Verschlechterungen „im Handel“ gegen eine Erhöhung von Gehältern und Honoraren.

    Die dju-Tarifkommission hat auf Grundlage der Diskussionen in den Ländern und unserer dju-Umfrage jetzt ihre Forderungen aufgestellt. Niedersachsen-Bremen hat bei der Abstimmung der einzelnen Landesbezirke allerdings kein Votum abgeben können. Wir hatten gut 1000 Kolleginnen und Kollegen per Mail und Brief gebeten, sich an unserer Umfrage zur Höhe der Tarifforderung zu beteiligen. Leider war die Resonanz zu gering und damit nicht repräsentativ. Trotzdem hoffen wir, dass ihr unsere Tarifverhandler ab Anfang nächsten Jahres bei der Auseinandersetzung mit den Verlegern merkbar und sichtbar unterstützt. Denn so viel steht fest: Tarifverträge fallen nicht vom Himmel!

    Lasst uns also gemeinsam streiten