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    Volontärs-Tarifverträge endlich an Realität angepasst

    Volontärs-Tarifverträge endlich an Realität angepasst

    Februar 2017 

    Neuer Tarifvertrag für Volontärinnen und Volontäre

    Nach etlichen Verhandlungsrunden zwischen dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) sowie der dju in ver.di und DJV gab es Ende 2016 eine Einigung über eine Novellierung des 26 Jahre alten Ausbildungstarifvertrags für Volontärinnen und Volontäre in Tageszeitungsverlagen. Nun liegt die endgültige Fassung des aktuellen Volo-Tarifvertrags vor. Der neue Volo-Tarifvertrag für Zeitungen sieht Ausbildungsinhalte im Bereich Online und Audiovisuell vor, der Geltungsbereich ist auf Redaktionsgesellschaften erweitert worden und eine Verlängerung für externe Ausbildungs-Stationen um bis zu drei Monate ist möglich.

     Neu in dem Vertragstext sind die Ausbildungsinhalte im Online-Journalismus, eine Ausbildung in Redaktionsgesellschaften, die Berücksichtigung der Newsdesk-Entwicklung und eine mögliche Verlängerung des Volontariats um einen bis drei Monate für Zusatzqualifikationen, die in externen Ausbildungs-Stationen angeboten werden. Als Anhang ist ein Muster-Ausbildungsplan dem Tarifvertrag beigefügt, der Redaktionen bei der Planung und Umsetzung einer modernen Ausbildung unterstützen soll.

    Dass der alte Vertrag einer Überarbeitung bedarf, darin waren sich die Verhandlungspartner einig, schließlich haben sich seit 1990 bedeutende technologische Veränderungen in der Medienbranche ereignet: Die Zeitungshäuser haben seither Internet-Auftritte entwickelt, Artikelinhalte werden mit Grafiken, Videos oder Audiobeitragen multimedial aufbereitet, Social Media und Apps sind nicht mehr wegzudenken. Der Musterausbildungsplan soll den Volontärsausbilderinnen und -ausbildern, die ihre Aufgabe oft zusätzlich zur Redaktionsarbeit übernehmen, helfen durch die Darstellung der grundsätzlichen Anforderungen und durch viele Themenvorschläge.

    Umstritten war die künftige Dauer des Volontariats: Während die Journalistengewerkschaften darauf beharrten, das eine moderne Ausbildung in den bisher geltenden zwei Jahren für das Volontariat möglich sei, wollten die Verleger eine Verlängerung um bis zu neun Monate möglich machen. Der Kompromiss sieht nun eine Verlängerung um bis zu drei Monaten vor, aber nur für zusätzliche Ausbildungsinhalte, die außerhalb der Ausbildungs-Redaktion angeboten werden. Gedacht ist dabei etwa an Stationen in in- oder ausländischen Korrespondentenbüros, in Nachrichtenagenturen, Pressestellen oder Startups. Diese Verlängerungsklausel kann bis Ende 2019 separat gekündigt werden, erklärt ver.di-Tarifsekretär Matthias von Fintel. "Wir werden uns in der Zeit die tatsächliche Einhaltung dieser Regelung genau anschauen und die Volontärinnen und Volontäre dazu befragen, wozu die zusätzlichen Monate verwendet werden", erklärte von Fintel im Interview mit "M - Menschen Machen Medien".

     Gehälter der Volontäre

    Tageszeitungen:
    1881 im 1. Ausbildungsjahr
    2181 im 2. Ausbildungsjahr

    Zeitschriften:
    (Vor dem 22. Lebensjahr)
    1488 € im 1. Ausbildungsjahr
    1735 € im 2. Ausbildungsjahr
    (ab 22 Jahren)
    1895 € im 1. Ausbildungsjahr
    2143 € im 2. Ausbildungsjahr

    Privatfunk:
    1407 € im 1. Ausbildungsjahr
    1662 € im 2. Ausbildungsjahr
    für Volos mit berufsbegleitender Ausbildung an einer Berufsakademie, Journalistenakademie.

    Öffentlich-rechtlicher Rundfunk:
    (im Durchschnitt)
    1614 € im 1. Ausbildungsjahr
    1915 € im 2. Ausbildungsjahr
    im klassischem Volo beim Sender.

    Beispiel Bayerischer Rundfunk
    1. - 6. Monat: 1620 €
    7. - 12. Monat: 1793 €
    13. - 24. Monat: 1967 €

    Eine Ausnahme ist der RBB mit seiner Electronic Media School, die eine Ausbildungsvergütung von 1000 € im Monat zahlt.

    Stand: November 2016

     

    ver.di-Bundesvorstand, Tarifsekretär Medien Matthias von Fintel Paula-Thiede-Ufer 10, 10179 Berlin matthias.vonfintel@verdi.de, Telefon: 030-6956-2321, Fax: 030-6956-3655