dju Niedersachsen-Bremen

    Lebhafte Diskussion - wir machen weiter mit neuen Ideen!

    Lebhafte Diskussion - wir machen weiter mit neuen Ideen!

    Der Niedersächsische MedienMacherTag am 16. Dezember in Lüneburg war ein Experiment: Journalisten und Pressesprecher zum gemeinsamen Lernen bringen und zum Nachdenken über die Zukunft der Arbeit im Journalismus und die Zukunft der Medien-Branche. 

    Die abschließende Diskussion unter den 30 Teilnehmern der Veranstaltung von dju und ver.di Bildungswerk war lebhaft. Die junge Zeitungs-Redakteurin Miriam Scharlibbe (Neue Westfälische Zeitung) widersprach dem weit verbreiteten Vorurteil, junge Leute hätten kein Interesse mehr an Zeitung. Man müsse ihre Interessen erkunden und weniger auf Rundum-Information setzen.  Die erfahrene Printfrau und Betriebsrätin Renate Gensch (Berliner Verlag) erkundete bei Verleger Christian von Stern die  Arbeitsbedingungen bei der Landeszeitung für die Lüneburger Heide. Die ist mit einer Druckauflage von 30 000 Exemplaren und 30 festangestellten Redakteuren eine kleine Zeitung mit Vollredaktion, die sich in einer Zeit von Medien-Konzentration und Personalabbau allein am Markt behauptet. Man zahle Tarif und halte die Vergütungsregeln für freie Journalisten ein, erklärte von Stern. Mit dem Standort Lüneburg und dem nahen Hamburg sei man in einer Umgebung mit ordentlicher Kaufkraft.

    Der Diskussion vorangegangen waren drei Arbeitsgruppen, in denen die Teilnehmer Fakten und Einschätzungen sammelten zu Auswirkungen und Zukunft des Internets im Journalismus, zum Arbeiten unter steigenden Anforderungen und zu Fragen der Existenzsicherung für die zunehmende Anzahl der freien Journalisten, die um Aufträge kämpfen müssen.

    Das Internet geht nicht wieder weg. Wenn man damit Geld verdienen will, muss man auf Qualität setzen, wissen, was die Nutzer wollen, und die Produkte auch einzeln zum Kauf in einem digitalen Kiosk anbieten. 

    Immer mehr Aufgaben, Zeitdruck und Kostendruck: darunter leidet die Gesundheit. Also Berufsleidenschaft runterschrauben, Qualität runterschrauben, 80 Prozent reichen auch? Dieser These erteilten die Teilnehmer eine klare Absage: Keine Überlebensstrategie für Verlage und Journalisten. 

    Die Zahl derer, die keinen Redakteursarbeitsplatz mehr bekommen oder ihn verloren haben, steigt. In den Redaktionen sitzen sich Feste und Freie gebenüber, jeder kämpft für sich - um Job oder Aufträge. Einzelkämpfertum ist noch weit verbreitet. Dass sich das ändert, daran arbeiten dju und verdi. 

    Der MedienMacherTag wird 2016 fortgesetzt.  Mit unserer Medienakademe wollen wir mehr Seminare anbieten, insbesondere auch für die Berufspraxis. 

    Wenn ihr Wünsche und Anregungen habt, teilt sie uns bitte mit. Die Kontaktdaten des dju-Landesvorstands findet ihr auf der dju-Startseite in der rechten Spalte.