dju Niedersachsen-Bremen

    Türkischer Journalisten-Gewerkschafter am 6. Mai in Braunschweig …

    Türkischer Journalisten-Gewerkschafter am 6. Mai in Braunschweig

    Mustafa Kuleli, Generalsekretär der türkischen Journalistengewerkschaft TGS Martha Richards Mustafa Kuleli, TGS-Generalsekretär

    Pressefreiheit in der Türkei — gibt es sie noch?

    Die Deutsche Journalistionnen- und Journalisten-Union (dju) hat Mustafa Kuleli, Generalsekretär der türkischen Journalistengewerkschaft TGS (Türkiye Gazeteciler Sendikasi) nach Deutschland eingeladen. Kuleli wird zwischen dem 4. und dem 10. Mai Station in Stuttgart, Frankfurt a.M., Braunschweig, Hamburg und Berlin machen, um über die aktuelle Situation der Journalistinnen und Journalisten in der Türkei zu berichten.

    Am Samstag, 6.Mai 2017, ist er in Braunschweig und wird dort die Teilnehmer*innen der Veranstaltung über die Lage türkischer Journalisten und Journalistinnen informieren.

    Zeit und Ort: Um 19:00 Uhr im Gewerkschaftshaus Braunschweig, Wilhelmstr.5

    Matthias Büschking, Landessprecher der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten Union (dju), wird in die Veranstaltung einführen 

     

    150 türkische Journalistinnen und Journalisten sind derzeit im Gefängnis, viele weitere im Exil. Ihr Vergehen? Sie sind JournalistInnen. Ihre Perspektiven? Düster. Nach dem Referendum hat Staatspräsident Erdogan den bereits seit Juli vergangenen Jahres geltenden Ausnahmezustand um weitere drei Monate verlängert. Damit können die verhafteten Medienschaffenden bis zu fünf Jahre ohne Verfahren festgehalten werden. Unterstützung und Beistand erhalten inhaftierte wie exilierte Kolleginnen und Kollegen von der Türkischen Journalistengewerkschaft TGS, die dafür im Januar den Willy-Brandt-Preis für besonderen politischen Mut verliehen bekommen hat
     

    Laut Reporter ohne Grenzen gehört die Türkei zu den Ländern mit den meisten inhaftierten Journalisten weltweit. Nach dem Putschversuch im Juli 2016 wurden weit über 100 Journalisten verhaftet, rund 150 Medien geschlossen und mehr als 700 Presseausweise annulliert. Kritische Journalisten stehen unter Generalverdacht. Die wenigen noch verbliebenen unabhängigen Medien arbeiten in ständiger Angst. Wiederholt wurde ausländischen Journalisten die Akkreditierung verweigert oder die Einreise verwehrt. Daneben ersticken die politischen und wirtschaftlichen Verflechtungen vieler wichtiger Medienbesitzer eine kritische Berichterstattung im Keim. Rangliste der Pressefreiheit, die Reporter ohne Grenzen vor wenigen Tagen veröffentlicht hat: Platz 151 von 180. 


    Wir laden ein: Gewerkschaft ver.di, Bezirk Süd-Ost-Niedersachsen und Fachbereich Medien, Kunst und Industrie