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    Wandel bei der VG Wort: 100 % für Urheber ab 2017

    Wandel bei der VG Wort: 100 % für Urheber ab 2017

     Wandel bei der VG Wort

    Es gibt einen neuen Verteilungsplan bei der Verwertungsgesellschaft VG Wort, der einen grundlegenden Wandel der bisherigen Praxis bedeutet: Autoren erhalten ab 2017 die kompletten Ausschüttungen. Verleger werden nur beteiligt, wenn Autoren auf einen Teil ihrer Vergütungen freiwillig zugunsten der Verleger verzichten. Dieses Modell  hat die Versammlung der Mitglieder am 20. Mai 2017 in München akzeptiert. 

    Diese Abtretung, fasst der Medienjournalist Stefan Niggemeier (Link siehe unten) die Versammlung zusammen, erfolgt freiwillig, anonym und für jedes Werk einzeln und könne auch wieder rückgängig gemacht werden. Niggemeier spricht von  „Revolution“. Die Urheber bekämen, was ihnen zustehe. 

    Bei der Versammlung gab die VG Wort bekannt, dass 26.079 Autoren auf Nachausschüttungen von Geldern verzichtet haben, um ihre Verlage nach der BGH-Entscheidung im April 2016 vor Rückforderungen zu bewahren. In den Augen von Börsenvereins-Chef Alexander Skipis ist dies „ein starkes Zeichen der Solidarität“. Die Zahl sei beachtlich, zumal geschätzt nur etwa jeder siebte wahrnehmungsberechtigte Verlag Verzichtserklärungen bei seinen Autoren eingeholt habe.

    Dr. Martin Vogel, der mit seiner Klage den alten Verteilungsplan kippte, rückte nach der Versammlung in einem Web-Kommentar zum Niggemeier-Bericht die von der VG Wort bekanntgegebene Zahl in Relation. Nur etwa 5 % der Autoren hätten verichtet. Ein Auszug: 

    "Nach dem Geschäftsbericht der VG Wort für das Jahr 2016 (S. 9) vertrat die VG Wort in diesem Jahr 190.294 wahrnehmungsberechtigte Autoren und 326.146 Berechtigte (d. h. Autoren, die ohne Wahrnehmungsvertrag Rechte an ihren Werken bei der VG Wort eingebracht hatten), in der Summe also 516.440 Autoren. Demnach hat nur jeder 20. Autor zugunsten seines Verlages auf Nachzahlungen verzichtet (insgesamt 5,05 %). Naheliegend ist zudem, dass die Gesamtsumme der Beträge, auf die verzichtet wurde, 5 % der nachzuzahlenden Beträge keineswegs erreichte: Auf kleinere Beträge wird erfahrungsgemäß leichter verzichtet als auf höhere. Zur gesamten Höhe der Verzichtsleistungen konnte die VG Wort – nicht überraschend – keine Angaben machen."

    Mehr zum Thema:

    Stefan Niggemeier in "Über Medien"

     http://uebermedien.de/16044/revolution-bei-vg-wort-urheber-bekommen-was-ihnen-zusteht/

     Weitere Links

    https://www.buchreport.de/2017/05/20/vg-wort-versammlung-revolution-von-muenchen/

    https://www.boersenblatt.net/artikel-vg_wort_beschliesst_verteilungsplan__stellungnahme_des_boersenvereins.1317865.html