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    ver.di und Deutsche Post AG verhandeln

    DHL Delivery

    ver.di und Deutsche Post AG verhandeln

    bewegen (01/2019): Magazin des Fachbereich Postdienste, Speditionen und Logistik


    Verlängerung Schutzverträge und Überleitung DHL Delivery GmbHs

    ver.di und die Deutsche Post AG haben am 14. Januar Tarifverhandlungen aufgenommen. ver.di will in den Verhandlungen zum einen erreichen, dass die inzwischen rund 13 000 Beschäftigten der DHL Delivery GmbHs in die Haustarifverträge der Deutschen Post AG übergeleitet werden. Zum zweiten wird ver.di über die Verlängerung der bei der Deutschen Post AG geltenden Schutzverträge verhandeln.

    Die Regelungen zum Schutz vor Fremdvergabe in der Brief- und Verbundzustellung sowie zum Schutz des Fahrdienstes bei der Deutschen Post AG wären bereits zum 31. Dezember 2018 ausgelaufen. ver.di und die Deutsche Post AG haben sich im Dezember 2018 darauf verständigt, diese Regelungen zunächst um drei Monate bis zum 31. März 2019 zu verlängern. Zugleich haben die Tarifvertragsparteien vereinbart, in diesen drei Monaten bis Ende März Verhandlungen zur Überleitung der Beschäftigten der DHL Delivery GmbHs in die Deutsche Post AG und zur Verlängerung sämtlicher Schutzverträge zu führen.

    Gemeinschaftsbetrieb

    Die Deutsche Post AG hält nach wie vor an ihrem Ziel fest, die DHL Delivery GmbHs in einem so genannten Gemeinschaftsbetrieb mit der jeweiligen Niederlassung der Deutschen Post AG unter eine einheitliche Leitung zu stellen. Damit sollen zwar die Paketzusteller der DHL Delivery und der Deutschen Post AG zukünftig gemeinsam bei der Deutschen Post AG eingesetzt werden, aber es sollen dennoch für die DHL Delivery Beschäftigten weiterhin die Flächentarifverträge gelten. Damit gäbe es dann zwei Tarifverträge in einer Niederlassung. Der Haustarifvertrag der Deutschen Post AG und die für die DHL Delivery GmbHs geltenden Flächentarifverträge unterscheiden sich teilweise stark. Es gibt Wochenarbeitszeiten zwischen 38 und 40 Stunden. Das Entgelt bei der Deutschen Post AG liegt – mit Ausnahme von Baden-Württemberg (ohne Südbaden) – über der Bezahlung nach den Flächentarifverträgen. Die Beschäftigten der DHL Delivery GmbHs haben keine betriebliche Altersversorgung, keinen Rationalisierungs- oder Kündigungsschutz oder kein vollständiges 13. Monatsentgelt.

    Kündigungsschutz

    Die Schutzverträge bei der Deutschen Post AG umfassen den Ausschluss der Fremdvergabe in der Brief- und Verbundzustellung und den Erhalt der Eigenbeschäftigung beim Fahrdienst. Dieser Schutz gilt im Moment bis 31. März 2019. Die Tarifverträge zum Ausschluss von betriebsbedingten Beendigungskündigungen und betriebsbedingten Änderungskündigungen gelten bis zum 31. Dezember 2019. Auch diese Verträge werden in die Verhandlungen einbezogen. „Wir wollen alle bestehenden Schutzregelungen in einem großen Schritt in die Zukunft fortschreiben, so dass alle Beschäftigen Perspektive und Sicherheit haben,“ sagte die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Andrea Kocsis.

    Arbeitszeit
    ver.di und die Deutsche Post AG haben im Dezember 2018 auch vereinbart, nach dem Abschluss der Tarifverhandlungen zu den Schutzverträgen und einer Überleitung der Beschäftigten der DHL Delivery GmbHs in die Deutsche Post AG im zweiten Quartal 2019 ergebnisoffen Verhandlungen zu einem Tarifvertrag zur Arbeitszeit in der Zustellung aufzunehmen. In Anbetracht der bevorstehenden Veränderungen durch Sendungsmengenerfassung und Terminzustellung wird eine vernünftige einheitliche tarifvertragliche Regelung zur Arbeitszeit die Beschäftigten vor der dauerhaften Überlastung schützen. Die benötigte Arbeitszeit in der Zustellung muss Ausgangspunkt für eine moderne Arbeitszeitregelung werden. Die Beschäftigten erwarten zu Recht klare Regelungen zu einem verlässlichen Arbeitsende und zu einem verlässlichen arbeitsfreien Tag in der Zustellung. Auch wenn die Deutsche Post AG flexible Arbeitszeiten in der Zustellung will, darf dies nicht dazu führen, dass die Arbeitszeit für die Beschäftigten erst mit der gesetzlichen Höchstarbeitszeit endet oder ständig um den Erhalt freier Arbeitstage gekämpft werden muss.

    Das Zustellen von Briefen und Paketen war, ist und bleibt das Kerngeschäft der Deutschen Post AG und daher gehören auch die Beschäftigten der DHL Delivery GmbHs in die Deutsche Post AG. Die nun aufgenommenen Tarifverhandlungen werden schwierig werden. Aber ver.di ist davon überzeugt, dass jetzt geschützte Arbeitsverhältnisse für alle Beschäftigten unter einem Tarifvertrag Deutsche Post AG realisiert werden müssen. Stephan Teuscher

    Themen in dieser Ausgabe:
    ver.di und Deutsche Post AG verhandeln +++ Deutsche Post AG: Generationenvertrag weiterentwickelt +++ Entlastungszeit frühzeitig beantragen +++ Tarifbewegung 2019 +++ Tarifergebnis bei DHL Hub Leipzig erzielt +++ Wie soll mein Europa sein? +++ Mehr als nur Stress an der Laderampe +++ Bundesamt bewertet Abläufe an der Laderampe +++ KEP: Nachunternehmerhaftung +++ Menschenrechtslage in Deutschland +++ Bundesweit gegen Schwarzarbeit +++ Übernahme der Nachwuchskräfte der Deutschen Post DHL +++ Jugendkonferenz und Frauenkonferenz des Bundesfachbereichs