Krankenkassen

    MDK: Im Zweifel gegen den Patienten?

    MDK: Im Zweifel gegen den Patienten?

    Immer wieder werden Entscheidungen des medizinischen Dienstes der Krankenversicherung kritisiert. Patienten fühlen sich oftmals ungerecht behandelt, häufig kommt es zu Streitigkeiten zum Beispiel bei der Frage, ob hilfebedürftige Menschen in die richtige Pflegestufe eingestuft werden oder wie lange Krankengeld bezahlt wird. Dabei sind, laut Gesetz, die MDK Gutachter unabhängig von den Krankenkassen. Eine REPORT MAINZ Umfrage über die Zusammensetzung der MDK-Verwaltungsräte lässt daran Zweifel aufkommen. Demnach sind hauptamtliche Kassenmitarbeiter bundesweit in den Verwaltungsräten der medizinischen Dienste vertreten, im Saarland und in Sachsen sogar über 40 Prozent.

    Der SPD Gesundheitspolitiker, Karl Lauterbach, hält diese Zahlen für "nicht vertretbar, weil das gefährdet die Unabhängigkeit der medizinischen Dienste". Der Sozial- und Gesundheitsrechtler Prof. Ingo Heberlein von der Fachhochschule Fulda sieht hierin einen hohen Nachteil für Patienten und das entspreche "auch überhaupt nicht der ursprünglichen Vorstellung des MDK als einem unabhängigen Gutachterdienst". Diese Zahlen würden den MDK immer mehr nur noch zu einer "Zweigstelle der Krankenkassen" machen. Professor Heberlein hält in der gegenwärtigen Situation "die Besorgnis der Befangenheit gegen den MDK durchaus für begründbar". Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe will jetzt "die Regelungen zu den Verwaltungsräten der medizinischen Dienste generell" überprüfen. Laut medizinischen Diensten gebe es keine "Einflussnahme der Kassen auf Inhalte und Ergebnisse der Gutachten". 

    http://www.swr.de/marktcheck/medizinischer-dienst/-/id=100834/did=12774410/nid=100834/rid=12822110/sdpgid=892845/xvm83f/index.html

    Im Zweifel gegen den Patienten?

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    06:49 min | 4.2. | 21.45 Uhr | REPORT MAINZ | Das Erste  

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    Bericht zur Personalversammlung 2014                                                                                    13.10.2014 

    Insgesamt wurde der etwas geänderte Ablauf der PV sehr positiv aufgenommen.

    Die nach dem Rechenschaftsbericht erfolgte Fragerunde mit dem Geschäftsführer Herrn Cohrs beinhaltete viele aktuelle Fragen des MDKN. Leider wurde nicht immer konkret nachgehakt. Evtl. lag es an der Vielzahl der Fragen!? 

    Kritisch sehen die FG-Mitglieder die Aussagen des GF zum Thema Personalplanung. So soll auch 2015 die Möglichkeit genutzt werden Neueinstellungen zu befristen und für Arbeitsspitzen Aushilfen einzustellen, frei nach dem Motto, wir können es, wir machen es.

    D.h. wieder für viele betroffene Mitarbeiter/innen keine Planungssicherheit und zusätzliche Belastungen von Kollegen und Kolleginnen in der Verwaltung, der EDV  und bei der Einarbeitung.

    Auch soll weiterhin auf die „freiwillige Mehrarbeit“ gesetzt werden. 

    Aus ver.di-Sicht geht ein solches Vorgehen über so lange Zeit und Umfang sozialpolitisch in die falsche Richtung. 

    Zum Thema Reha-Orga wurde von Herrn Cohrs zugesagt, die Abläufe weiter zu optimieren. Wo es noch nicht „rund läuft“ soll nachgebessert werden. 

    Klarere Strukturen und Zuständigkeiten wären hier für alle wünschenswert. 

    Weitere Gesprächspunkte waren die Telearbeit, Gesundheitsmanagement und Fortbildungen worüber Herr Cohrs informierte. 

    Alle diese Vorhaben sind mit einem hohen Personaleinsatz verbunden. Auch muss im Haushalt ausreichend Geld dafür bereitgestellt werden.

    Wir fragen uns: Ist das der Fall? Die Quadratur des Kreises wird auch hier nicht gelingen. 

    Nach der Mittagspause hielt Herr Prof. Dr.Heberlein (früherer GF des MDK-Nord) ein Referat über die Unabhängigkeit der MDKn, deren Verwaltungsräte, Chancen und Möglichkeiten für die Zukunft.

    Hier klang besonders  ein Satz den anwesenden ver.di-FG-Mitglieder nachhaltig im Ohr:

    Es heißt  „Medizinischer Dienst der KrankenVERSICHERUNG – nicht – Medizinischer Dienst der KrankenKASSEN.

    Ist natürlich bekannt, aber im Alltag entsteht zeitweilig der Eindruck, dass Kassen den MDK  als ihren „eigenen“ Berater sehen. Der Gesetzgeber hat hier eine klare Abgrenzung festgeschrieben.

    Nicht Kassenlage entscheidet, sondern Richtlinien und medizinische Notwendigkeit. 

    Eine interessante Alternative zeigte Herr Prof. Dr. Heberlein bei der Zusammensetzung unserer Verwaltungsräte auf. Um ein besseres Gleichgewicht der Interessen aller zu schaffen, sollten auch Versichertenvertreter und  „echte“ Arbeitnehmervertreter in einem Verwaltungsrat sitzen.

    Eine gute Idee, die ver.di sehr begrüßt. 

    Eine Veröffentlichung der Gewerkschaft ver.di-Fachbereich Sozialversicherung Niedersachen-Bremen,des Landesfachgruppenausschuss MDK, Goseriede 10, 30159 Hannover; verantwortlich Sandra Goldschmidt