Energiewirtschaft

    Gewerkschaft mahnt Entscheidungen an!

    Wilhelmshavener Kraftwerke

    Gewerkschaft mahnt Entscheidungen an!

    Es ist 5 vor 12! Wo sind die neuen Jobs nach dem Aus für die Kohle


    Der Kohleausstieg ist beschlossene Sache und wird auch für Wilhelmshaven zur Realität. 600 Arbeitsplätze sind direkt und indirekt vom Aus der beiden Kraftwerke in der Jadestadt betroffen. Die Zeit drängt, denn spätestens Ende 2022 wird Uniper das Kohlekraftwerk in Wilhelmshaven stilllegen.

    Derzeit ist nicht klar, ob das Unternehmen sich an einer Auktion beteiligt, die das Kraftwerk sogar noch früher als geplant zur Abschaltung zwingt. Die Beschäftigten sorgen sich um ihren Arbeitsplatz und damit auch um ihre Zukunft.

    „Wir erkennen an, dass sicher mit Hochdruck an vielen Projekten und Plänen gearbeitet, um neue Arbeitsplätze zu schaffen, jedoch gibt es immer noch keine einzige konkrete Entscheidung“, zeigt sich Immo Schlepper von der Gewerkschaft ver.di besorgt und zugleich enttäuscht. „Es ist mindestens fünf vor zwölf!“

    Eines dieser Projekte ist die Idee eines regionalen Aus- und Fortbildungszentrums für Wilhelmshaven und Umgebung. Bei der Stilllegung würde auch die im Kraftwerk Wilhelmshaven ansässige Ausbildungswerkstatt mit einer Kapazität von bis zu 30 Auszubildenden geschlossen werden. Die Gewerkschaft und der Betriebsrat betonen, dass das vorhandene „Know-How“ der Beschäftigten, die Technik und die Räume weiter genutzt werden könnten, um auch Ausbildungen für andere Unternehmen der Region in Kooperation anzubieten und auch in neuen Berufen weiterzuführen. Darüber hinaus könnten auch Lehrgänge, Weiterbildungen und Praktika im elektro- und metalltechnischen Bereich angeboten werden.

    Zur Bewältigung des Strukturwandels und der Sicherung von Beschäftigten im Zuge der Beendigung der Verstromung von Steinkohle wird für Wilhelmshaven ein Strukturhilfe-Budget in Höhe von 157 Millionen Euro bereitgestellt. Die politische Vorgabe auch vom Wirtschaftsministerium in Hannover besagt, dass mit diesem Budget insbesondere das Thema Innovation und Technologietransfer und die hierfür erforderliche ergänzende betriebliche Aus- und Weiterbildung unterstützt werden soll.

    „Für meine Kollegen ist bis jetzt noch nichts Konkretes nach der Stilllegung des Kraftwerkes in Aussicht gestellt. Deshalb ist die Umsetzung dieses Projekts erforderlich und ich erwarte die Unterstützung durch die Politik, der Unternehmen und Verbänden in der Region“, so Harald Seegatz, Chef des örtlichen Betriebsrates und des Konzernbetriebsrates von Uniper.

    ver.di hofft, dass der notwendige Strukturwandel „nicht zu einer Sprechblase verkommt“. Schlepper: „Die Transformation in der Energiewirtschaft, die den Ersatz von fossilen Brennstoffen notwendig macht, braucht neue Technologien. Hier am Standort sprechen wir über die Chancen mit der Produktion von Wasserstoff - dann werden dafür Fachkräfte gebraucht, die wir auch hier in der Region ausbilden können.“

    Gewerkschaft mahnt Entscheidungen an! ver.di Gewerkschaft mahnt Entscheidungen an!  – Wilhelmshavener Kraftwerke
    Gewerkschaft mahnt Entscheidungen an! ver.di Gewerkschaft mahnt Entscheidungen an!  – Wilhelmshavener Kraftwerke