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    Lieber gesund und integriert, als krank und arbeitslos? - Zweite …

    Lieber gesund und integriert, als krank und arbeitslos? - Zweite ver.di-Arbeitsschutz-Konferenz

    Arbeitsschutz 28.09.2005

    Eingeladen hatte die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und das Bildungswerk ver.di Betriebs- und Personalräte sowie Arbeitsschutz-Experten aus ganz Niedersachsen und Bremen, um über das neue betriebliche Eingliederungsmanagement zu informieren.

    Mit dem Ziel der Prävention hat der Gesetzgeber im vergangenen Jahr alle Arbeitgeber im Sozialgesetzbuch (SGB IX) verpflichtet zu klären, was mit Beschäftigten geschehen soll, die länger als sechs Wochen im Jahr krank sind. Hierzu muss in den Betrieben und Verwaltungen ein Eingliederungsmanagement eingerichtet werden. „Durch diese Möglichkeit sind alle abhängig Beschäftigten besser geschützt. Die Arbeitgeber haben den Vorteil gesünderer und zufriedener Mitarbeiter,“ erklärte die stellvertretende Landesleiterin Marita Rosenow.

    Die beiden Arbeitsschutz-Experten Franz Josef Düwell, Richter am Bundesarbeitsgericht und Dr. Friedrich Mehrhoff vom Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften erläuterten den Teilnehmern die neuen Chancen des Eingliederungsmanagements für die Beschäftigten und die Arbeitgeber. Prävention sei hiermit wirklich ernst gemeint, es entstehe eine echte „win-win-Situation“ für alle Beteiligten.

    Artur Lau, ver.di-Arbeitsschutz-Experte, machte die seit August 2004 bestehende Neuregelung an einem Beispiel deutlich: „In einem Betrieb mittlerer Größe fielen häufig Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für längere Zeit durch Arbeitsunfähigkeit aus. In diesen Fällen war es üblich, dass der Arbeitgeber unter Beteiligung des Betriebsrates den betroffenen Beschäftigten wegen der häufigen Krankheit kündigte. Begründet wurde das dann mit der Mehrarbeit, die die verbliebenen Beschäftigten erledigen müssten. Nach den Ursachen der häufigen und langen Erkrankungen wurde nicht gefragt. Das Sozialgesetzbuch fordert nun, dass der Arbeitgeber mit dem Betriebsrat und bei schwerbehinderten Beschäftigten auch mit der Schwerbehindertenvertretung klärt, wie die Arbeitsunfähigkeit möglichst überwunden werden kann und welche Hilfen möglich sind. Verstößt der Arbeitgeber gegen diese Klärungspflicht, ist eine Kündigung der Beschäftigten nicht möglich. Anders gesagt, eine Klage gegen eine solche Kündigung wird immer erfolgreich sein.“

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