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    ver.di fordert kreative Ideen und mehr Personal gegen die Wohnungsnot

    Wohnungsnot

    ver.di fordert kreative Ideen und mehr Personal gegen die Wohnungsnot

    26.03.2019

    Mehr Initiativen für bezahlbaren Wohnraum seitens des Bundes, der Länder und den Kommunen fordert die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) aus Anlass einer am Mittwoch stattfindenden Aktion der Landesarmutskonferenz. Die stellvertretende Landesleiterin Ute Gottschaar unterstützt deren Forderung nach einer Landeswohnungsbaugesellschaft, verweist gleichzeitig aber auch auf die Verantwortung der Städte und Gemeinden. Dabei weiß sie um die Situation in manchen kommunalen Wohnungsbaugesellschaften: „Die Kolleg*innen dort sind bei der Arbeitsbelastung häufig schon über dem Limit – wir brauchen mehr Personal zu tariflich abgesicherten Arbeits- und Entgeltbedingungen!“

    Renate Böhler, Betriebsratsvorsitzende eines hannoverschen Wohnungsbauunternehmens, fordert auch den Bund auf, sich die Situation auf dem Wohnungsmarkt nicht weiter nur anzuschauen: „Ein Bundes-Fonds für Wohnbauland könnte den Kommunen durch verbilligte Darlehen ermöglichen, Bauland zu erwerben. Dies würde den Wohnungsbauunternehmen ermöglichen, Wohnraum für Geringverdienende zu auskömmlichen Mieten zu Verfügung zu stellen.“ Sie nennt ein Beispiel: „Dass 43,3 Prozent aller Hannoveraner*innen mehr als 30 Prozent ihres Netto- Haushaltseinkommens für Miete ausgeben müssen, steht nicht mehr im angemessenen Verhältnis“, betont Böhler.

    Andreas Zischke, Betriebsratsvorsitzender in Wolfsburg, fordert kreative Methoden, um die Situation in den Griff zu bekommen. „Öffentliche Baugrundstücke, die für den Mietwohnungsbau vorgesehen oder nutzbar sind, sollten auch im öffentlichen Eigentum belassen werden. Sie können öffentlich bebaut oder durch Erbbaurecht gezielt Dritten zur Verfügung gestellt werden, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Dies ist nicht unüblich in Gebieten mit extremer Wohnraumknappheit – so z.B. in Berlin“, schlägt er vor.

    Am kommenden Mittwoch, 27. März, ab 12 Uhr, gründet die Landesarmutskonferenz Niedersachsen vor dem Landtag im Rahmen einer Aktion eine symbolische Landeswohnungsbaugesellschaft. Auf den Stufen des Landtags werden dazu Häuser aufgebaut, und Bauminister Olaf Lies wird die Gründungsurkunde überreicht. Dabei LAK-Mitglied ver.di von Ute Gottschaar vertreten: „Eine Landeswohnungsbaugesellschaft wäre ein gutes Mittel gegen die Wohnungsnot in vielen Kommunen in Niedersachsen“, hebt die Gewerkschafterin hervor.