Kitas Niedersachsen

ver.di kritisiert weitere Verschlechterung der Rahmenbedingungen und erneuten Abbau pädagogischer Qualität

Vor der Anhörung zur geplanten Änderung des Kita-Gesetzes in Niedersachsen
Pressemitteilung vom 23.05.2024
ver.di kritisiert weitere Verschlechterung der Rahmenbedingungen und erneuten Abbau pädagogischer Qualität

Vor der ersten Anhörung zur geplanten Änderung des Kita-Gesetzes in Niedersachsen am morgigen Freitag, übt die Gewerkschaft ver.di erneut massive Kritik an dem Vorhaben. „Wir sehen das Bemühen, mit diesem Gesetzesentwurf eine „verlässliche Betreuung“ in den Kindertagesstätten in Niedersachsen zu gewährleisten. In der beabsichtigten Flexibilisierung der Mindeststandards sehen wir jedoch keine wirksame Maßnahme“, sagt ver.di-Landesleiterin Andrea Wemheuer.

Die geplanten Änderungen bringen, aus Sicht von ver.di, eine weitere Verschlechterung der strukturellen Rahmenbedingungen und einen weiteren Abbau der pädagogischen Qualität mit sich. „Auch sehen wir die Gefahr, dass befristete Standardabsenkungen langfristig zum Standard werden“, sagt Wemheuer.

Wenn es die kurzfristige Motivation der Gesetzesänderung sei, die Kindertageseinrichtungen offen zu halten, dann müsse eine mittel- und langfristige Perspektive gewährleisten, dass Kindertageseinrichtungen ihrem Bildungsauftrag und den gesellschaftlichen Anforderungen entsprechen könnten. „Allerdings sind weder im Gesetzesentwurf noch im Diskurs der letzten Jahre mittel- und langfriste Perspektiven für strukturelle Verbesserungen und Sicherung, sowie der Ausbau der pädagogischen Qualität ausreichend berücksichtigt“, sagt die Landesleiterin.

Aus diesem Grund macht sich ver.di seit Jahren für eine Ausbildungsoffensive für den Kita-Bereich in Niedersachsen stark.

Gefordert wird unter anderem:

  • Die Entwicklung und Etablierung einer bezahlten, praxisintegrierten Ausbildung zur Erzieher*in unter Beibehaltung des DQR-6 Levels und ein stufenweiser Ausbau der Kapazitäten in Niedersachsen
  • Die Ausweitung der Ausbildungskapazitäten zur berufsbegleitenden Ausbildung von sozialpädagogischen Assistent*innen zur Erzieher*in zu attraktiven Bedingungen (in Vollzeitbeschäftigung beim Träger und entsprechender Vollzeitvergütung)
  • Mehr zeitliche Ressourcen für die praktische Ausbildung in den Einrichtungen (Praxisanleitung), 

Für all diese Punkte bedarf es gesicherte und auskömmliche Mittel vom Land wie auch vom Bund.

 

Pressekontakt

Tobias Morchner
Pressesprecher

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