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    Erneute ÖPNV-Streiks am Mittwoch

    ÖPNV Niedersachsen/Bremen

    Erneute ÖPNV-Streiks am Mittwoch

    ver.di kritisiert Totalverweigerung der kommunalen Arbeitgeber 02.10.2020


    Wer nicht verhandeln will, muss fühlen: Nachdem sich die kommunalen Arbeitgeber nach den ersten Warnstreiks in Niedersachsen und Bremen noch immer gegen die Verhandlung über einen bundesweiten Rahmentarifvertrag für die Beschäftigten des ÖPNV ausgesprochen haben, erhöht die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) den Druck. Sie ruft am kommenden Mittwoch, 7. Oktober, erneut 6.000 Beschäftigte in Hannover, Bremen, Braunschweig, Wolfsburg, Göttingen und Goslar von Dienstbeginn bis Dienstschluss zu Arbeitsniederlegungen auf. Bundesweit steht eine Woche mit ÖPNV-Wellen-Streiks in der ganzen Republik an.

    „Die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs in Niedersachsen und Bremen steht auf dem Spiel“, stellt Gewerkschaftssekretär Hermann Hane fest. Es sei unverantwortlich gegenüber den Beschäftigten, angesichts des drohenden Fachkräftemangels einheitliche Regelungen zur Entlastung für die Beschäftigten zu verweigern. Gerade die Fahrer*innen seien durch Schichtdienste und die Abhängigkeit von den Fahrplänen besonderen Belastungen ausgesetzt. Ihre Schicht könne zu jeder Tages- und Nachtzeit beginnen und mit Unterbrechungen bis zu 14 Stunden dauern. Sie arbeiteten in der Regel an mehr als 35 Sonntagen im Jahr. Ein gesundheits- und familienverträglicher Rhythmus sei so nicht möglich. Besonders in Ballungsräumen verschärfe sich die Belastung weiter:

    Es sei eine totale Provokation, dass die kommunalen Arbeitgeber noch immer keinen Gesprächen über die Anpassung eines 20 Jahre alten Tarifwerks mit uns reden wollen, kritisiert der Gewerkschafter. Nach 20 Jahren Sparzwang müsse jetzt der Weg frei gemacht werden für eine sozial-ökologische Verkehrswende. Dafür seien bundesweit gute Arbeitsbedingungen Voraussetzung. „Dass wir jetzt erneut zu Warnstreiks aufrufen, ist der Totalverweigerung von Herrn Mädge & Co. zu verdanken“, so Hane.

    ver.di fordert für die 87.000 Beschäftigten Entlastung und angemessenen Ausgleich für die in den letzten Jahren deutlich gestiegenen Belastungen.

    Darüber hinaus soll die Ungleichbehandlung in den Bundesländern beendet und zentrale Regelungen wie Urlaubstage oder Sonderzahlungen künftig bundesweit vereinheitlicht werden. Mit einer Forderung für Auszubildende sollen Anreize zum Einstieg in den Beruf und zur Nachwuchsförderung geschaffen werden. Darüber hinaus werden in den einzelnen Bundesländern weitere Forderungen aufgestellt. Diese werden separat mit den regionalen Kommunalen Arbeitgeberverbänden (KAV) in den Bundesländern verhandelt.

    Pressekontakt

    Matthias Büschking
    Pressesprecher

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    Hermann Hane, Gewerkschaftssekretär
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