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    Klinikum Region Hannover zu Entlastungs-Tarifvertrag aufgefordert

    Klinikum Region Hannover zu Entlastungs-Tarifvertrag aufgefordert

    01.08.2017

    Das Klinikum Region Hannover (KRH) beschäftigt ca. 8.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an zehn Standorten in der Region und ist Mitglied im Kommunalen Arbeitgeberverband Niedersachsen. Durch die Personalnot ist der Druck auf die Beschäftigten enorm. Sogar gesetzlich vorgeschriebene Pausen können oft nicht genommen werden. Vor allem Pflegekräfte haben permanent die Sorge, nicht so pflegen und versorgen zu können, wie es fachlich geboten wäre. „Der Dauerstress belastet und macht viele Beschäftigte selbst krank. Überdurchschnittliche Krankenstände, hohe Teilzeitquoten, die Flucht in andere Berufsfelder und ein erhöhtes Risiko des vorzeitigen Ausstiegs aus dem Erwerbsleben sind markante Folgen“, erklärte Joachim Lüddecke, Leiter des Fachbereiches Gesundheit und Soziales bei ver.di in Niedersachsen und Bremen. 

    „Dass Arbeit so organisiert werden muss, dass die Gesundheit nicht gefährdet wird, gilt auch für Krankenhäuser“, erläutert Brigitte Horn, für das KRH zuständige Gewerkschaftssekretärin von ver.di in Hannover. „Alle wissen um die dramatische Situation, doch die Arbeitgeber ändern nichts daran, um die Lage entscheidend zu verbessern. Deshalb machen wir das Thema Entlastung nun zum Gegenstand einer tarifpolitischen Auseinandersetzung“, so Brigitte Horn. 

    Die Aufforderung zu Tarifverhandlungen sind eingebettet in die bundesweite Bewegung der Gewerkschaft ver.di für mehr Personal und Entlastung im Krankenhaus. Bundesweit fehlen 162.000 Stellen, 70.000 allein in der Pflege. 64 Prozent der Pflegekräfte müssen nachts allein durchschnittlich 26 Patient/innen pflegen und versorgen. Die Arbeitgeber haben die Verantwortung für gute Arbeitsbedingungen, die durch entsprechende Tarifverträge zu regeln und abzusichern sind. Der Gesetzgeber hat die Verantwortung für eine gute Gesundheitsversorgung mit einer vorgeschriebenen Personalausstattung und einer ausreichenden, zweckgebundenen Finanzierung. 

    ver.di erwartet die zügige Aufnahme von Tarifverhandlungen. „Die Geduld und die Kraft der Beschäftigten in den Kliniken ist restlos aufgebraucht“, so die Gewerkschafterin. 

    Für Rückfragen und mehr Informationen:
    Brigitte Horn: 0511-12400323 / 015114272177
    Joachim Lüddecke: 0511-12400250 / 01717620298 

    V.i.S.d.P.: Joachim Lüddecke, ver.di Landesbezirk  Niedersachsen-Bremen,
    Goseriede 10,  30159 Hannover
    Mail: joachim.lueddecke@verdi.de