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    Madsack: Druckerei schließt zum 31.12.2016

    Madsack: Druckerei schließt zum 31.12.2016

    19.10.2015

    Empörung, Protest und am Ende aber doch Zustimmung prägten die ver.di-Mitgliederversammlung der Beschäftigten der Druckerei des Medienkonzerns Madsack. Der Konzern hat beschlossen die Druckerei in Hannover zum 31. Dezember 2016 zu schließen. Damit verlieren alle 170 Beschäftigen ihren Arbeitsplatz. Die Produkte aus dem Haus Madsack Hannover werden ab 2017 von dem tariflosen Lohndrucker Oppermann Druck in Rodenberg gedruckt. 

    In den letzten Wochen hatten Betriebsrat und die ver.di-Tarifkommission mit der Konzernleitung um das Volumen für die sozialverträgliche Gestaltung dieses personellen Kahlschlages gerungen. Die Konzernleitung stellt dafür ein maximales Gesamtvolumen von 18,75 Millionen Euro zur Verfügung.

    Heute wurden die Mitglieder über den Stand der Verhandlungen informiert. Sie diskutierten über den Abbruch oder die Fortsetzung der Verhandlungen. 

    Die ver.di-Mitglieder begrüßten die Bereitschaft des Managements ihrer sozialen Verantwortung gerecht werden zu wollen. Das jetzt auf dem Tisch liegende Angebot werde dieser Verantwortung aber noch nicht gerecht. Deutliche Kritik gab es insbesondere an der Absicht des Konzerns, sich an der Arbeitsplatzvernichtung auf Kosten der Kolleginnen und Kollegen zu bereichern. „Wenn die Chefetage von vermeintlich gesparten Abfindungskosten auch noch die Hälfte wieder einstreichen will, statt sie denjenigen, denen man den Stuhl vor die Tür gestellt hat und die darauf ngewiesen sind, zu geben, ist das eine Riesensauerei!“, machte ein Drucker seiner Empörung Luft.  

    Auch die Absicht der Konzernleitung, Beschäftigte durch gekürzte Abfindungen schlechter zu stellen, die möglicherweise zum tariflosen Lohndrucker Oppermann wechseln, stieß auf Unverständnis. Ebenso wurde es als empörend empfunden, dass die Konzernleitung von solchen gekürzten Abfindungen jeweils die Hälfte für sich einstreichen will. Hierfür gebe es keinerlei sachliche Begründung, zudem sich die Konzernleitung bisher geweigert hatte, sich für eine geregelte Übernahme von Beschäftigten einzusetzen und die Firma Oppermann letztendlich entscheidet, wer eingestellt wird und wer nicht. 

    Nach einer kontroversen Diskussion gaben die Mitglieder der Verhandlungskommission dennoch grünes Licht, die Verhandlungen fortzusetzen. Sie erwarten allerdings von der Konzernleitung, dass sie in den weiteren Verhandlungen von ihren Forderungen abrückt und sicherstellt, dass die 18,75 Millionen auch bei denen ankommen, die ab 1. Januar 2017 vor dem Nichts stehen.

    Für Rückfragen:

    Rainer Butenschön 0174 5611173
    Lutz Kokemüller 0160 7428975

     

    V.i.S.d.P.: Lutz Kokemüller
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