Pressemitteilungen

    Flughafen Hannover-Langenhagen. "Wir wollen keine Mitarbeiter …

    Flughafen Hannover-Langenhagen. "Wir wollen keine Mitarbeiter zweiter Klasse mehr sein!"

    15.06.2020
    „Wir wollen keine Mitarbeiter zweiter Klasse mehr sein!“ ver.di „Wir wollen keine Mitarbeiter zweiter Klasse mehr sein!“  – AHS-Team schickt offenen Brief an Stadt und Land


    AHS-Team schickt offenen Brief an Stadt und Land

    Durch die Corona-Krise sind alle Beschäftigten am Flughafen Hannover-Langenhagen extrem betroffen. Das gilt auch für die etwa 200 Kolleg*innen der AHS, die zu 51 Prozent im Besitz des Flughafens und zu 49 Prozent im Besitz der AHS Holding (Flughäfen Hannover und Hamburg als Mehrheitseigner) ist. Während die Beschäftigten der Muttergesellschaft und der 100-prozentigen Tochterunternehmen durch Aufstockungen gut abgesichert sind, erhält das AHS-Team nur das gesetzliche Kurzarbeitergeld-Minimum. Für einen großen Teil der Kolleginnen und Kollegen bedeutet dies einen Absturz auf ALG-II-Niveau. „Lasst uns nicht im Regen stehen – nehmt uns unter euren Schutzschirm! Wir möchten keine Mitarbeiter*innen 2. Klasse am Flughafen Hannover mehr sein“: So beginnt ein offener Brief, den sie jetzt politisch Verantwortlichen überreicht haben. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) unterstützt und koordiniert den Protest der Beschäftigten.

    Die Beschäftigten der AHS sind aufgrund indirekt Angestellte der öffentlichen Hand. Sie leisten mit dem Passagier-Check-In und Boarding, sowie Operations & Ramp Services systemrelevante Arbeiten für die Flughafeninfrastruktur. Die AHS Stationen und die AHS Holding sind in ihrem Geschäftsmodell nicht darauf ausgelegt, dass sie Liquidität für Krisenzeiten vorhalten, sondern führen diese an die Flughäfen ab. „Der Flughafen Hannover profitierte in den vergangenen Jahren der Passagierrekorde also doppelt von der AHS. Er konnte Liquidität abschöpfen und durch das Niedriglohnmodell der AHS zu günstigen Preisen die Airlines an den Standort locken“, stellt Gewerkschaftssekretär Marian Drews fest.

    „Wenn der Passagier-Flugverkehr bald wieder startet, ist die Arbeit der AHS-Kolleg*innen systemrelevant für den Flughafen. Ohne sie hebt kein Flugzeug ab. Da kann es nicht angehen, dass die Beschäftigten im Regen stehen gelassen werden.“, erklärt Drews. Es sei nur fair, wenn sie den gleichen Schutz wie ihre Kolleg*innen bei den Schwesterunternehmen am Airport fordern. Und diesen Schutz gebe es scheinbar nur als 100%-Tochter. „Hier sind Flughafen und die Anteilseigner Stadt Hannover und Land Niedersachsen in der Pflicht, die Beschäftigten unter den Rettungsschirm zu nehmen!“, fordert Drews.

    Der Luftverkehr nach Corona werde ein anderer sein, die Veränderungsprozesse dürfen aber nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden, sondern müssen mit ihnen, den Betriebsräten und den Gewerkschaften sozial und ökologisch nachhaltig gestaltet werden. ver.di hat daher am 12.06.2020 ein umfassendes Luftverkehrskonzept beschlossen, in dem Anforderungen, wie dieser Prozess unter Berücksichtigung der medizinisch-epidemiologischen, sozialen, wirtschaftlichen, qualitätsbezogenen und ökologischen Dimensionen für Passagiere, Beschäftigte und Unternehmen geführt werden kann. Dieses Luftverkehrskonzept können sie gerne am Montag erhalten.

    Pressekontakt

    ver.di-Landesleitung

    ver.di-Landesbezirk Niedersachsen-Bremen
    Goseriede 10, 30159 Hannover
    Tel.: 0511/12400-105 u. -106
    Fax: 0511/12400-107

    Mail: pressestelle.nds-hb@verdi.de
    Internet: niedersachsen-bremen.verdi.de
    Facebook: facebook.com/verdiNiedersachsenBremen
    Twitter: twitter.com/verdi_nds und twitter.com/verdi_bremen