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    pro familia verweigert Tarifverhandlungen

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    pro familia verweigert Tarifverhandlungen

    05.11.2019

    Beschäftigte sammeln Unterschriften für einen Tarifvertrag

    Schon im April 2019 hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) pro familia in Niedersachsen zu Tarifverhandlungen aufgefordert. Trotz langer Bedenkzeit und einem Sondierungsgespräch gibt es bis heute keine positiven Signale, im Gegenteil: Der Träger von 19 Beratungsstellen, fünf Außenstellen und rund 120 Mitarbeiter*innen lehnt Verhandlungen kategorisch ab. Jetzt haben die Beschäftigten Unterschriften gesammelt, um den Druck auf die Vereinsführung zu erhöhen. Diese sollen am 7. November übergeben werden

    Zum Hintergrund: Mehr als die Hälfte der pro-familia-Mitarbeiter*innen sind gewerkschaftlich organisiert, um einen Tarifvertrag zu erstreiten. Den gibt es derzeit nicht. Einige wenige Beschäftigte fallen noch unter die Regelungen des alten Bundesangestelltentarifvertrags (BAT), die meisten werden nach Richtlinien vergütet, die der Arbeitgeber allein aufgestellt hat. Die Bezahlung der Sozialarbeiter*innen und Verwaltungskräfte liegt deutlich unter der Vergütung, die ein*e Sozialarbeiter*in im öffentlichen Dienst erhalten würde. Bisher hat der Arbeitgeber stets auf die schwierige Situation der Finanzierung durch das Land verwiesen und mit dieser Begründung Tarifverhandlungen abgelehnt.

    „Bei allem Verständnis für die Abhängigkeit von der Finanzierung durch das Land Niedersachsen – dass sich pro familia auf eine Stufe stellt mit Amazon, die sich ebenfalls Tarifverhandlungen verweigern, erstaunt uns nicht nur, sondern stellt eine Respektlosigkeit gegenüber den eigenen Beschäftigten dar“, stellt Annette Klausing, zuständige Gewerkschaftssekretärin bei ver.di, fest. Das sei in einem Arbeitsfeld, in dem es auf Kommunikation und Wertschätzung dem Gegenüber ankommt, eigentlich unvorstellbar.

    Mit der Übergabe der Unterschriften verbindet ver.di die Erwartung, dass der Arbeitgeber das Anliegen der Beschäftigten ernst nimmt und sich nicht weiter Tarifverhandlungen entzieht.

    Pressekontakt

    Matthias Büschking
    Pressesprecher

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