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    Tarifrunde Diakonie Niedersachsen: Arbeitgeber treten auf der Stelle

    12.05.2021

    Hannover. Am Dienstag, den 11. Mai 2021, wurde die zweite Verhandlungsrunde zwischen ver.di, dem Marburger Bund und dem
    Arbeitgeberverband der Diakonie Niedersachsen ohne Ergebnis beendet. Von den Tarifverhandlungen sind über 35.000 Beschäftigte in Krankenhäusern, der Alten-, Jugend- und Behindertenhilfe in Niedersachsen betroffen.

    Beim Verhandlungsauftakt am 3. Mai hatten ver.di (und Marburger Bund) die gewerkschaftlichen Forderungen ausführlich vorgestellt und begründet. Neben einer Entgeltsteigerung von 5 Prozent (mindestens 150 Euro) und einer Corona Sonderzahlung fordert ver.di eine höhere Zulage für besonders belastende Arbeit – etwa in der Nacht. Zudem soll die Benachteiligung von Teilzeitbeschäftigten aufgehoben werden. In der ersten Verhandlung legten die Arbeitgeber ein Angebot über eine Corona-Sonderzahlung sowie lineare Entgeltsteigerungen von 1,4 Prozent zum 1. Januar 2022 und 1,8 Prozent zum 1. Januar 2023 vor.

    In der zweiten Verhandlung am gestrigen Dienstag wurde dieses Angebot nur geringfügig nachgebessert, etwa durch eine ab Mitte 2022 in Aussicht gestellte geringe Erhöhung des Nachtzuschlags. „Die Arbeitgeber treten auf der Stelle“, kritisiert ver.di-Verhandlungsführerin Annette Klausing. „Angesichts der aktuellen Belastungen im Gesundheits- und Sozialwesen bleibt das Angebot der Arbeitgeber deutlich hinter den Erwartungen der Beschäftigten zurück“, so die Gewerkschafterin weiter. „Es ist völlig unverständlich, warum etwa der Ausgleich für die besonders belastende Nachtarbeit geringer ausfallen
    soll als in vergleichbaren Tarifverträgen und Einrichtungen anderer Träger“, erklärt die ver.di Vertreterin weiter.


    Auf Unverständnis stößt bei ver.di die Weigerung der diakonischen Arbeitgeber, die Diskriminierung der Teilzeitbeschäftigten zu beenden. In einigen Bereichen sind bis zu 80 Prozent der Beschäftigten in Teilzeit beschäftigt. Diese erhalten derzeit erst nach Überschreiten der Arbeitszeit einer Vollzeitbeschäftigten einen Überstundenzuschlag. Auch die aktuelle Regelung über zusätzliche Urlaubstage für Nachtarbeit führt zu einer Benachteiligung der Teilzeitkräfte.

    „Die Bereitschaft der Teilzeitbeschäftigten, zur Versorgung eines Notfalls länger im Dienst zu bleiben, wird schlechter entlohnt, als bei
    einer vollzeitbeschäftigten Kollegin“, empört sich Gabi Edling, Fachkrankenschwester und Mitglied der ver.di-Tarifkommission. „Das
    verstößt nicht nur gegen geltendes Recht, sondern ist auch eine Geringschätzung der Arbeit eines Großteils der Kolleginnen und
    Kollegen“, so die Krankenhausbeschäftigte.

    Für Nachfragen steht zur Verfügung:
    Annette Klausing, ver.di-Verhandlungsführerin
    mobil: 0160 90133281

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