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    Streichbruchprämie: Beschäftigte lassen sich ihr Recht nicht …

    Streichbruchprämie: Beschäftigte lassen sich ihr Recht nicht abkaufen

    14.12.2018

    Was das Recht auf Streik wert ist? 150 Euro – geht es nach dem Willen der Geschäftsführung einer Papierfabrik. Bei Klingele in Delmenhorst sollte jeder Beschäftige eine Streikbruchprämie erhalten, wenn er sich am Arbeitsausstand nicht beteiligt. Das ist nur ein Beispiel von vielen. Unternehmen versuchen immer dreister, Demokratie auszuhöhlen. In Delmenhorst scheiterte der Plan, anderswo kämpft ver.di seit Jahren. 

    Die Tarifauseinandersetzung in der Pappe, Papier und Kunststoffe verarbeitenden Industrie wird mit harten Bandagen geführt. Jüngstes Beispiel: der Warnstreik bei den Klingele Papierwerken in Delmenhorst. Dort hatte der Geschäftsführer allen Beschäftigten, die sich nicht am Streik beteiligen, eine Streikbruchprämie in Höhe von 150 Euro versprochen. „Das ist nicht nur rechtlich fragwürdig, es ist ein direkter Angriff auf ein zentrales demokratisches Grundrecht“, empört sich ver.di-Landesleiter Detlef Ahting.

    Genutzt hat das dreiste Angebot nicht: „Es hat die Kolleg*innen so verärgert und erbost, dass auch diejenigen, die vorher geschwankt haben erst recht mitgestreikt haben,“ freut sich Landesfachbereichsleiter Lutz Kokemüller, „alle Kolleg*innen haben sich am Streik beteiligt, die Produktion stand still.  „Ich freue mich, dass sich die Beschäftigten ihr Streikrecht nicht haben abkaufen lassen. Sie haben damit Haltung gezeigt und dass ihnen ihre Grundrechte wichtiger sind als Geld“, lobt auch Ahting.

    Nicht nur Streiks würden verhindert, auch Betriebsratsgründungen oft erschwert. „Rund um das so genannte union busting hat sich eine ganze Industrie entwickelt“, weiß Ahting. Anwälte, Medienagenturen und Detekteien böten umfangreiche Dienstleistungen rund um Einschüchterung und Überwachung, Gewährung von Vorteilen für unternehmerfreundliche Betriebsräte und die Verhinderung von kritischen Presseberichten an.

    Ob einzelne Beschäftigte angegangen werden oder Unternehmensteile ausgelagert werden – „ver.di wird Angriffe auf die demokratisch verbrieften Grundrechte, wie das Streikrecht nicht einfach hinnehmen, wer da rangehen will, bekommt unsere Gegenwehr zu spüren“, gibt sich Ahting kämpferisch. Als ein Beispiel nannte er Ryanair – nach jahrelangem Kampf, am Flughafen Bremen besonders erbittert geführt, war ist jetzt der Weg für einen ersten Tarif-Vertrag mit ver.di durchgesetzt worden.

     

    Pressekontakt

    Matthias Büschking
    Pressesprecher

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